Samstag, 25. Januar 2020

Nur ein Bruchteil der Aktien angedient Commerzbank scheitert mit Übernahme der Comdirect

Comdirect-Bank in Quickborn, Schleswig-Holstein: Die Commerzbank muss nun einen aufwändigeren und kostspieligeren Weg nehmen, um die Tochter zu integrieren
Bodo Marks/dpa
Comdirect-Bank in Quickborn, Schleswig-Holstein: Die Commerzbank muss nun einen aufwändigeren und kostspieligeren Weg nehmen, um die Tochter zu integrieren

Die Commerzbank Börsen-Chart zeigen ist mit der angestrebten Komplettübernahme ihrer Online-Tochter Comdirect Börsen-Chart zeigen vorerst gescheitert. Die Commerzbank sicherte sich im Zuge des Übernahmeangebots nur etwa 0,3 Prozent der Comdirect-Aktien, wie das Frankfurter Institut am Mittwoch mitteilte.

Das Geldhaus verfehlte damit das Ziel, seinen Anteil von zuvor gut 82 Prozent auf mindestens 90 Prozent zu steigern. Dann hätte es die übrigen Comdirect-Anteilseigner gegen eine Barabfindung hinausdrängen können ("Squeeze-out").

Nun muss die Bank einen deutlich aufwändigeren Weg nehmen, um auf den Hauptversammlungen der beiden Unternehmen eine direkte Verschmelzung der Institute durchzudrücken. Diesem Schritt müssen die Aktionäre mit einer Quote von 75 Prozent zustimmen. Bei der Comdirect verfügt die Commerzbank dank ihrer Beteiligung bereits über die dafür notwendigen Stimmen. Mit mehr als 90 Prozent der Stimmrechte hätten die Frankfurter die Übernahme aber schneller und einfacher vorantreiben können.

Hedgefonds fordert deutlich höheres Angebot

Vor allem der Hedgefonds Petrus Advisers, der seinen Anteil an der Comdirect zuletzt auf 7,5 Prozent aufgestockt hatte, machte Front gegen die Übernahmeofferte. Der gebotene Preis stehe in keinem Verhältnis zu den finanziellen Vorteilen, die die Commerzbank bei einer Vollintegration habe, hatte der Investor kritisiert.

Die Commerzbank bot mit 11,44 Euro je Comdirect-Aktie zwar einen Aufschlag von 25 Prozent auf den Aktienkurs vor Bekanntwerden der Übernahmepläne im September. Doch seitdem notierte die Comdirect-Aktie an der Börse deutlich über dem Angebotspreis. Nach der Mitteilung legte die Aktie noch einmal 2,3 Prozent zu.

Die Commerzbank hatte im September verkündet, sich die Comdirect ganz einverleiben zu wollen. Denn im Zuge der Digitalisierung gleichen sich die Geschäftsmodelle von Commerzbank und Comdirect immer stärker an.

mg/rtr

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