Nach Drohbrief von Cerberus Commerzbank-Aufsichtsrat soll schärferes Sparpaket beschließen

Commerzbank-Logo in Frankfurt am Main: Nun werden wohl doch mehr als die angekündigten 200 Filialen geschlossen

Commerzbank-Logo in Frankfurt am Main: Nun werden wohl doch mehr als die angekündigten 200 Filialen geschlossen

Foto: Kai Pfaffenbach/Reuters

Die Commerzbank (Kurswerte anzeigen) geht offenbar ein Stück weit auf ihre Kritiker zu: Der Aufsichtsrat werde bei einer außerordentlichen Sitzung am Mittwoch voraussichtlich einen zusätzlichen Stellenabbau und eine weitere Ausdünnung des Filialnetzes beschließen, berichtete die "Börsen-Zeitung" (Samstagausgabe). Die Commerzbank lehnte eine Stellungnahme zu dem Zeitungsbericht ab.

Die Commerzbank hatte im Herbst 2019 den Abbau von 4300 Stellen und die Schließung von 200 der bundesweit 1000 Filialen angekündigt. Anleger und Aufseher hatten die Pläne als unzureichend kritisiert, vor allem Großaktionär Cerberus drohte dem Vorstand in zwei Briefen indirekt mit einer Aktionärsrevolte, sollte die Bank ihre Strategie nicht nachhaltig ändern.

Cerberus ist seit Sommer 2017 an der Commerzbank beteiligt und mit gut 5 Prozent der zweitgrößte Aktionär des Instituts nach dem deutschen Staat (15,6 Prozent). Mit seiner Fünf-Prozent-Beteiligung könnte Cerberus eine außerordentliche Hauptversammlung verlangen.

Die Commerzbank feilt seit Monaten an einer Verschärfung des Sparkurses. "Es wird deutlich mehr Filialschließungen und mehr Arbeitsplatzverluste geben als bisher angekündigt", sagte Verdi-Vertreter und Commerzbank-Aufsichtsratsmitglied Stefan Wittmann Mitte Juni.


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Finanzchefin Bettina Orlopp hatte wiederholt erklärt, die neuen Sparpläne spätestens im August mit den Zahlen zum zweiten Quartal vorzustellen. Ein Grund dafür ist auch die Corona-Pandemie. Bei der Commerzbank drohen deswegen mehr Kreditausfälle. Auch zählt das Frankfurter Geldhaus zu den Gläubigern des zusammengebrochenen Zahlungsabwicklers Wirecard.

mg/Reuters
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