Commerzbank Polnische Kredite belasten Ergebnis erneut

Das operative Ergebnis der Commerzbank im abgelaufenen vierten Quartal wird deutlich kleiner ausfallen. Grund sind Probleme der polnischen Tochter mBank. Sie muss für Kredite 436 Millionen Euro zurückstellen.
Manfred Knof: Trotz neuer Belastungen rechnet der Commerzbank-Chef für das Jahr 2021 unter dem Strich mit schwarzen Zahlen

Manfred Knof: Trotz neuer Belastungen rechnet der Commerzbank-Chef für das Jahr 2021 unter dem Strich mit schwarzen Zahlen

Foto: Arne Dedert / dpa

Die Commerzbank stellt sich wegen der Unsicherheit rund um Fremdwährungskredite in Polen auf eine weitere Belastung ein. Die polnische Konzerntochter mBank habe Ende 2021 zusätzliche Rückstellungen in Höhe von umgerechnet rund 436 Millionen Euro vorgenommen, teilte das Frankfurter Geldhaus am Freitagabend nach Börsenschluss mit.

In dieser Höhe werde auch das operative Ergebnis der Commerzbank im vierten Quartal belastet. Dennoch rechnet das Management um Vorstandschef Manfred Knof (56) für das Gesamtjahr 2021 unter dem Strich weiterhin mit schwarzen Zahlen. Die Aktie der Commerzbank geriet nachbörslich dennoch unter Druck, der Kurs sackte auf der Handelsplattform Tradegate in einer ersten Reaktion um mehr als 3 Prozent ab.

Vor vielen Jahren hatten tausende polnische Kreditnehmer Hypotheken in Franken aufgenommen, um von niedrigeren Zinsen in der Schweiz zu profitieren. Doch der Franken gewann im Vergleich zum Zloty an Wert, die Kosten für die Kunden stiegen. Viele Polen hatten zuletzt geklagt, um aus den teuren Krediten herauszukommen.

Von dem MDax-Konzern selbst befragte Analysten waren Mitte November für 2021 im Schnitt von einem operativen Ergebnis in Höhe von 1,2 Milliarden und einem Überschuss von 163 Millionen Euro ausgegangen. Bei den nun gebildeten Rückstellungen geht es um von der mBank vergebene Kredite, die an Fremdwährungen gebunden sind.

rei/dpa-afx/Reuters