Montag Commerzbank-Zahlen Bei der Coba läufts besser - Blessing soll verlängern

Weniger Altlasten, mehr Privatkunden - bei der Commerzbank lief es zuletzt gut. Analysten erwarten für das zweite Quartal mit einem kräftigen Gewinnanstieg. Aktionäre dürfen somit weiter auf die erste Dividende seit 2007 hoffen.
Von mm-newsdesk
Wird am Montag weitere Fortschritte verkünden können: Commerzbank-Chef Martin Blessing

Wird am Montag weitere Fortschritte verkünden können: Commerzbank-Chef Martin Blessing

Foto: DPA

Da dürfte es nicht verwundern, wenn die Commerzbank weiter auf eine Zusammenarbeit mit ihrem Chef Martin Blessing setzt. Dem 52-Jährigen solle ein neuer Vertrag angeboten werden, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf Kreise des Aufsichtsrats.

Blessings aktueller Vertrag endet im Oktober 2016, oft werden solche Arbeitspapiere aber lange vor ihrem Auslaufen verlängert. Blessing ist seit 2008 Chef des hierzulande zweitgrößten Geldhauses nach der Deutschen Bank. Ein Sprecher der Commerzbank wollte sich am Wochenende nicht zu dem Zeitungsbericht äußern.

Die Commerbank wird am Montag ihre Zahlen vorlegen, Analysten erwarten für das abgelaufene zweite Quartal einen kräftigen Gewinnanstieg. Das seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Institut profitierte unter anderem von der anhaltend guten Lage der deutschen Wirtschaft. Fortschritte meldete der Dax-Konzern unlängst bei der Abwicklung von Altlasten in seiner Bad Bank.

Analysten erwarten Gewinnplus von 43 Prozent

Die Erträge der Coba könnten laut Analysten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 6 Prozent auf etwa 2,4 Milliarden Euro gesteigensein. Dazu dürften Privatkunden beigetragen haben, die wegen der neuen Turbulenzen an den Finanzmärkten mehr handelten. Die Online-Tochter Comdirect verbuchte einen kräftigen Gewinnanstieg im zweiten Quartal. Die Commerzbank selbst ist zudem derzeit bei der Vergabe neuer Kredite sehr erfolgreich.

Dank stabiler Kosten lassen die höheren Einnahmen den Gewinn steigen. Analysten rechnen mit einem Zuwachs des Vorsteuergewinns um gut 43 Prozent auf 368 Millionen Euro. Unter dem Strich dürfte sich der Überschuss auf 245 Millionen Euro mehr als verdoppelt haben.

Einen Gewinnsprung dürfte es im Geschäft mit Mittelständlern gegen haben. Zudem profitierte die Bank davon, dass sie weniger für faule Kredite zurücklegen musste. Auch Investmentbanking und Privatkundengeschäft dürften besser abgeschnitten haben als ein Jahr zuvor.

Faule Immobilienkredite verkauft, 18 Frachtschiffe abgestoßen

Voran ging es beim Abbau von Altlasten. In den vergangenen Wochen gelang der Verkauf von Immobilienkrediten im Umfang von 2,9 Milliarden Euro an US-Investoren. Vor wenigen Tagen wurde die Commerzbank auch noch 18 Frachtschiffe los, die sie selbst betrieb, nachdem die ursprünglichen Reeder Kredite nicht mehr bedienten. Da die Verkaufspreise etwas unter den Buchwerten lagen, werden diese Geschäfte den Gewinn des zweiten Quartals nach früheren Angaben der Bank um rund 100 Millionen Euro belasten.

Zugleich jedoch stärkt die Commerzbank mit dem Abbau ihre Kapitalpuffer weiter. Erste Ende April hatte das Institut mit einer 1,4 Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung die harte Kernkapitalquote auf über zehn Prozent gehievt. Mit diesem robusten Krisenpuffer im Rücken nimmt die Commerzbank weiter Kurs auf die erste Dividendenzahlung seit der Finanzkrise.

rei/dpa/reuters
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