Nach peinlicher Panne Citigroup erhält versehentlich gezahlte Millionen zurück

Es war der Lacher an der Wall Street im vergangenen Jahr: Die von Jane Fraser geführte US-Großbank Citigroup überwies aus Versehen eine halbe Milliarde Dollar an Gläubiger ihres Kunden Revlon. Nun hat ein Gericht die Rückzahlung des Geldes angeordnet.
Musste sich damals viel Häme und Spott anhören: Citigroup-CEO Jane Fraser

Musste sich damals viel Häme und Spott anhören: Citigroup-CEO Jane Fraser

Foto: MIKE BLAKE / REUTERS

Die US-Großbank Citigroup hat sich im Rechtsstreit um die Rückerstattung von versehentlich überwiesenen 500 Millionen Dollar doch noch durchgesetzt. Ein Berufungsgericht in Manhattan hob das Urteil aus der Vorinstanz am Donnerstag auf und entschied, dass das Geld dem Finanzkonzern zustehe. Die Empfänger hätten sich bewusst sein müssen, dass es sich bei der Überweisung um eine Panne gehandelt habe, so die Begründung der Richter.

Der Fall hatte im August 2020 für großes Aufsehen gesorgt: Die Citigroup beglich im Auftrag des Kosmetikherstellers Revlon versehentlich einen eigentlich erst 2023 fälligen Kredit von knapp 900 Millionen Dollar vollständig bei Gläubigern – Hedgefonds und anderen Profiinvestoren. Dabei hätte nur eine Zinszahlung von 7,8 Millionen Dollar angestanden. Da nur ein Teil der Kreditgeber das Geld wieder rausrückte, kam es zum Rechtsstreit um rund 500 Millionen Dollar.

Die Citigroup kann nach dem Berufungsurteil aufatmen, dennoch dürfte das Missgeschick als peinliches Kapitel in Erinnerung bleiben. Die Bank machte menschliches Versagen verantwortlich, doch das Malheur brachte ihr nicht nur an der Wall Street viel Spott und Häme ein. In erster Instanz hatte die Bank eine Schlappe kassiert. Es sei irrational, bei einem hoch entwickelten Finanzkonzern von einer Fehlüberweisung in dieser Dimension auszugehen, urteilte der Richter damals.

mg/dpa-afx
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