Deutsche-Bank-Chef Sewing "Inflation ist kein temporäres Phänomen"

Im Oktober ist die Inflation in Deutschland erneut gestiegen. Anders als die EZB befürchtet Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing allerdings ein längerfristiges Problem.
Deutsche-Bank-Chef Sewing: "Das muss man sich vorstellen wie bei einem mehrstöckigen Haus: Wir sind nun in einer höheren Etage angelangt, und da werden wir erst einmal bleiben."

Deutsche-Bank-Chef Sewing: "Das muss man sich vorstellen wie bei einem mehrstöckigen Haus: Wir sind nun in einer höheren Etage angelangt, und da werden wir erst einmal bleiben."

Foto: Sepp Spiegl / imago images/sepp spiegl

Für Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing (51) ist der Anstieg der Inflationsraten nicht nur ein temporäres Phänomen. "Das muss man sich vorstellen wie bei einem mehrstöckigen Haus: Wir sind nun in einer höheren Etage angelangt, und da werden wir erst einmal bleiben", sagte Sewing der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Jetzt seien die Notenbanken gefordert, die Entwicklung nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. "Sie müssen den Weg aus ihrer sehr lockeren Geldpolitik herausfinden. Und zwar besser früher als später", sagte Sewing der Zeitung.

Die Inflation zieht seit Monaten vor allem wegen stark steigender Energiepreise an. Im Oktober legten die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat in den Ländern mit der Euro-Währung um 4,1 Prozent zu, das ist der höchste Wert seit Mitte 2008. In Deutschland stiegen die Verbraucherpreise sogar um 4,5 Prozent zum Vorjahresmonat. Eine Teuerungsrate von 4,5 Prozent hatte es zuletzt im Oktober 1993 gegeben.

Europas Währungshüter lassen sich durch den sprunghaften Anstieg der Teuerung aber nicht von ihrer ultralockeren Geldpolitik abbringen. Erst bei der Sitzung am 16. Dezember will der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) entscheiden, wie es mit den milliardenschweren Anleihenkäufen weitergeht und welche Schritte folgen. Ein Ende des Zinstiefs ist weiterhin nicht in Sicht.

mg/DPA
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