Samstag, 21. September 2019

Deutsche-Bank-Chef investiert 850.000 Euro Christian Sewing kauft Deutsche-Bank-Aktien - per Dauerauftrag

Deutsche Bank Chef Christian Sewing: 15 Prozent vom Nettogehalt (also 21.000 Euro) in eigene Aktien - 40 Monate lang

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing macht seine Ankündigung wahr und steckt in den nächsten Jahren einen Teil seines monatlichen Einkommens in Aktien des Dax -Konzerns. Quasi per Dauerauftrag werden von diesem September an bis Ende Dezember 2022 monatlich 15 Prozent von Sewings Netto-Vorstandsvergütung in Papiere der Deutschen Bank investiert. Die regelmäßigen Käufe sollen als vertrauensbildende Maßnahme dienen: Die Aktie der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen hatte erst im August ein Rekordtief erreicht.

Die Käufe erfolgen jeweils am 22. des Monates bzw. am darauffolgenden Börsenhandelstag, wie aus einer am Montag verbreiteten Pflichtmitteilung der Deutschen Bank für die Börse hervorgeht. Über die Laufzeit von 40 Monaten ergibt sich ein Gesamteinsatz Sewings in Höhe von etwa 850.000 Euro.

Sewing will damit signalisieren, dass er voll und ganz hinter dem Radikalumbau des größten deutschen Geldhauses steht. Kurz nach der Vorstellung der Pläne Anfang Juli hatte Sewing gesagt, er wolle "mit gutem Beispiel vorangehen": "Ich habe beschlossen, in den nächsten Jahren einen erheblichen Teil meines Festgehalts zu investieren."

Sewing will mit einer grundlegenden Neuausrichtung die Dauerkrise der Deutschen Bank beenden. Die Zahl der Vollzeitstellen soll bis Ende 2022 um rund 18 000 auf weltweit 74 000 gesenkt werden. Das Investmentbanking, das der Bank milliardenschwere Strafen einbrockte, wird kräftig gestutzt. Die Kosten für den Umbau in Höhe von rund 7,4 Milliarden Euro will die Bank aus eigener Kraft stemmen

Die Niedrigzinspolitik der EZB, die Angst vor einer Rezession in Deutschland sowie Alarmsignale vom US-Bondmarkt haben die Aktien der beiden größten deutschen Finanzhäuser Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen und Commerzbank Börsen-Chart zeigen in den vergangenen Monaten stark belastet. Die Aktie der Deutschen Bank stürzte im August mit 5,83 Euro zeitweise auf ein Rekordtief. Damit kommt das größte deutsche Geldhaus auf einen Börsenwert von nur noch knapp über zwölf Milliarden Euro. Die führende US-Bank JPMorgan kommt auf einen Börsenwert von rund 330 Milliarden Dollar und hat allein im abgelaufenen Quartal einen Gewinn von 9 Milliarden Dollar erzielt.

Deutsche-Bank-Chef Sewing: Der Tatort-Reiniger

Bald Strafzinsen für Bankkunden?

Die Nullzinspolitik der EZB belastet bereits seit Monaten das Einlagegeschäft der Banken. Beobachter gehen davon aus, dass EZB-Chef Draghi die Geldpolitik weiter lockern wird - mit negativen Folgen für die Banken. Eine steigende Zahl von Bankkunden muss womöglich bald Strafzinsen auf Einlagen zahlen. "Es könnte sein, dass viele Banken auf Dauer nicht mehr umhinkönnen, die zusätzlichen Belastungen auch in der Breite an Privatkunden weiterzugeben", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken, Andreas Krautscheid.

Hintergrund sind Befürchtungen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Einlagenzins im September von minus 0,4 Prozent auf 0,5 Prozent weiter absenken könnte. Krautscheid zufolge schlägt schon heute der Strafzins, den die Banken bei der EZB für das Parken von Geldanlagen bezahlen müssen, bei den deutschen Geldhäusern mit rund 2,3 Milliarden Euro im Jahr zu Buche.

Alarmsignal vom US-Anleihemarkt

Beunruhigende Signale kommen auch vom US-Anleihemarkt. Dort hat die Rendite der zweijährigen Anleihe die Rendite der zehnjährigen Bonds überschritten. Eine solche "inverse Zinskurve" ist selten, sie gilt als Hinweis auf eine nahende Rezession. Vor diesem Hintergrund gerieten die Aktien von US-Banken unter Druck, weil diese sogenannte "inverse Zinskurve" es ihnen erschwert, mit Krediten und Investitionen in Anleihen Geld zu verdienen. Der Zinssatz zahlreicher Darlehen orientiert sich außerdem an den Bondrenditen.

la/dpa

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