Montag, 23. September 2019

Reaktion auf Brexit Goldman Sachs beginnt mit Job-Abzug aus London

Bye, bye London - Investmentbanken haben mit dem Abzug vieler Jobs aus London begonnen

Bislang waren es nur unbestätigte Berichte, doch jetzt ist klar: Auch die US-Investmentbank Goldman Sachs zieht im Zuge des Brexit hunderte Jobs aus London ab.

Die führende US-Investmentbank Goldman Sachs beginnt als Reaktion auf den geplanten EU-Austritt Großbritanniens mit dem Abzug von Arbeitsplätzen aus der Finanzmetropole London. Es gehe zunächst um Hunderte Stellen, sagte Europa-Chef Richard Gnodde am Dienstag dem US-Sender CNBC. Man starte nun die Umsetzung der Pläne für den Ernstfall. Insgesamt beschäftigt das Geldhaus etwa 6000 Mitarbeiter in der britischen Hauptstadt.

Goldman Sachs steht mit diesem Entschluss nicht allein. Denn mit dem angekündigten "harten" Brexit der britischen Regierung müssen alle Investmentbanken davon ausgehen, dass sie wichtige Rechte zum Verkauf ihrer Produkte aus Großbritannien in die Europäische Union verlieren werden.

Von dem Rückzug dürften andere europäische Finanzzentren wie Paris oder Frankfurt profitieren. In den nächsten 18 Monaten wolle die Bank ihre Präsenz dort durch Verlagerungen von Mitarbeitern und Neuanstellungen ausbauen, so Gnodde. Er betonte jedoch: "Was auch immer am Ende dabei rauskommt, London bleibt für uns ein wichtiges regionales und globales Drehkreuz."

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Obwohl Goldman Sachs noch vor dem offiziellen EU-Austrittsantrag der britischen Regierung aktiv wird, kommt der Schritt doch wenig überraschend. So gab es bereits im Januar Berichte unter Berufung auf Finanzkreise, dass das US-Institut plane, seine Mitarbeiterzahl in London auf etwa 3000 Stellen zu halbieren. Bis zu 1000 Angestellte könnten demzufolge nach Frankfurt abwandern, wo auch die Europäische Zentralbank (EZB) sitzt.

rei mit dpa-afx

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