Nächste Großbank auf dem Sprung Citigroup erwägt Umzug von London nach Frankfurt

Strahlende Aussichten in Frankfurt: Mit dem Brexit könnten viele Banker von London an die Main-Metropole ziehen

Strahlende Aussichten in Frankfurt: Mit dem Brexit könnten viele Banker von London an die Main-Metropole ziehen

Foto: Thomas Lohnes/ Getty Images

HSBC, Goldman Sachs, UBS - zahlreicheBanken haben den Abzug tausender Stellen aus der Finanzmetropole London bereits angekündigt oder planen dies. Denn mit dem Brexit wird den Edelbankern für wichtige Geschäfte die Grundlage entzogen. Nun dreht auch die US-Investmentbank Citigroup London den Rücken zu - und erwägt, Frankfurt zum wichtigsten Standort für ihr Handelsgeschäft in der EU zu machen, berichtet die "FAZ" .

"Deutschland zählt zu unseren Favoriten", sagte Citigroup-Europachef James Cowles der Zeitung. Die Citigroup führe Gespräche mit der deutschen Finanzaufsicht (Bafin) aber auch Behörden in anderen Ländern über mögliche Job-Verlagerungen.

Bis zum Sommer will sich die Bank entscheiden, wo sie quasi ihr neues europäisches Hauptquartier aufschlägt. Mit Großbritanniens Ausstieg aus der EU wolle die Bank "mehrere hundert" Arbeitsplätze aus London abziehen.

Von Deutschland ist die Citigroup offenbar angetan - ganz besonders von Frankfurt. Cowles bezeichnete die "Professionalität" der deutschen Finanzaufsicht und das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften als wesentliche Vorteile Frankfurts gegenüber anderen Standorten. In der Main-Metropole arbeiten bereits 370 Mitarbeiter für die US-Investmentbank.

Wie andere internationale Banken auch wickelt die Citigroup von London aus einen großen Teil ihres europäischen Großkundengeschäfts ab. Aber die Briten wollen mit dem Brexit in zwei Jahren auch den EU-Binnenmarkt verlassen.

Die in London ansässigen Banken rechnen deshalb nicht damit, dass sie die "Passporting Rights" behalten werden. Diese erlauben es ihnen, ihre Produkte auch in der Europäischen Union zu verkaufen. Auch die Citigroup gehe davon aus, in Zukunft von London aus keinen freien Zugang mehr nach Kontinentaleuropa zu haben, bestätigte Cowles.

rei
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