Bitcoin und Co Goldman Sachs startet Handel mit Kryptowährungen

Goldman Sachs wittert lukratives Geschäft mit reichen und risikofreudigen Kunden: Die Investmentbank springt jetzt mit einem eigenen Handelsteam auf den Bitcoin-Zug - ein klares Signal an die Wettbewerber und die Wall Street.
Händler von Goldman Sachs

Händler von Goldman Sachs

Foto: BRENDAN MCDERMID/ REUTERS

Goldman Sachs war eine der ersten Banken, die sich im Handel mit Kryptowährungen versuchte. Als vor gut drei Jahren der Bitcoin spektakulär zusammenbrach, stellten die Edelbanker stillschweigend und von der Öffentlichkeit kaum bemerkt ihre Aktivitäten ein. Jetzt hat die US-Investmentbank den eingemotteten Handelstisch aus der Versenkung geholt und ein Kryptoteam die Arbeit wieder aufgenommen, berichten unter anderem CNBC , Bloomberg  oder auch die "Financial Times" .

"Ich freue mich, die Bildung des Kryptowährungshandelsteams bekannt zu geben, das unser zentraler Ort für das Management von Kryptowährungsrisiken für unsere Kunden sein wird", zitierte CNBC am Freitag zunächst exklusiv aus einem Memo von Goldman-Partner Rajesh Venkataramani.

Den verschiedenen Berichten zufolge bietet Goldman Sachs vor allem institutionellen Kunden die Möglichkeit, über Derivate wie Bitcoin Futures und "nondeliverable forwards" (nicht lieferbare Termingeschäfte) auf steigende oder fallende Kurse des Bitcoin zu wetten. Die Verträge würden in bar abgewickelt und erforderten nicht, dass die Bank Bitcoin selbst hält. Die Investmentbank schütze sich vor der extremen Volatilität der digitalen Währung, indem sie die Futures in Block-Trades eben an der Chicagoer Terminbörse kauft und verkauft und dazu die Dienste eines Handelspartners in Anspruch nimmt.

Der Mitteilung zufolge hat Goldman Sachs zeitgleich für seine Kunden ein Digital Assets Dashboard gestartet, das sie täglich mit aktuellen Marktdaten und Nachrichten zu Kryptowährungen versorgt.

Unter Beobachtern gilt der Schritt von Goldman Sachs als wichtiges Signal. Zwar hatten wenige Wall-Street-Banken in der Vergangenheit angekündigt, Bitcoin-Investments für reiche und risikofreudige Kunden anbieten zu wollen, bislang jedoch die Finger vom Handel mit den extrem schwankenden Digitalwährungen gelassen.

Offenbar aber ist die Versuchung, in dem bislang weitgehend unregulierten und umstrittenen Markt Geld zu verdienen, für Goldman Sachs zu groß geworden, als dass die Bank interessierte Kunden künftig abweisen und das Geschäft Wettbewerbern überlassen will. So hatte etwa der Zahlungsdienstleister Paypal angekündigt, seinen Kunden den Handel mit Bitcoin ermöglichen zu wollen. Einzelne Unternehmen und Personen hatten den Hype um Digitalwährungen zusätzlich angeheizt, weil sie sich öffentlich zu Bitcoin-Investments bekannten. Tesla etwa hatte im Februar erklärt, 1,5 Milliarden Dollar eigenes Geld in die Digitalwährung gesteckt zu haben.

rei
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