Mehr als zwei Jahrzehnte bei EY Bilanzierungschef der Deutschen Bank pausiert wegen Wirecard-Skandal

Die Deutsche Bank weiß es seit Langem, die Öffentlichkeit erfährt es eher beiläufig: Der Chef der Bilanzierung des Instituts war als langjähriger Mitarbeiter des Wirtschaftsprüfers EY mitverantwortlich für den Kunden Wirecard. Jetzt nimmt er eine Auszeit.
Der eine geht, die andere kommt: Bei der Deutschen Bank tritt Bilanzierungschef Loetscher vorerst zur Seite

Der eine geht, die andere kommt: Bei der Deutschen Bank tritt Bilanzierungschef Loetscher vorerst zur Seite

Foto: Ralph Orlowski / REUTERS

Der Bilanzierungschef der Deutschen Bank, Andreas Loetscher, zieht Konsequenzen aus dem Wirecard-Skandal und legt sein Amt vorübergehend nieder. Seine Aufgaben übernehme für einen temporären Zeitraum die Leiterin der Steuerabteilung, Brigitte Bomm, erklärte Finanzchef James von Moltke (51) in einer Mail an die Mitarbeiter, die der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorlag und über die die "FT" zuerst berichtet hatte. Loetscher werde aber weiter als Berater für Frau Bomm agieren.

Der Zeitung zufolge kam Loetscher 2018 zur Deutschen Bank, nach mehr als zwei Jahrzehnten in Diensten von EY. Von 2015 bis 2017 habe er dort federführend das Wirecard-Mandat betreut.

Wirecard musste im Juni Insolvenz anmelden, nachdem ein Loch von 1,9 Milliarden Euro in der Bilanz aufgeklafft war. Die Wirtschaftsprüfer-Aufsichtsbehörde APAS wirft EY schwere Fehler bei der Prüfung vor und äußerte den Verdacht, dass Mitarbeiter von EY gegen berufsrechtliche Pflichten verstoßen hätten.

Der temporäre Rückzug geschehe auf eigenen Wunsch Loetschers und sei nicht als Bestätigung für ein Fehlverhalten zu sehen, schrieb von Moltke. Ziel sei, dass er genügend Zeit bekomme, um sich "angemessen auf die Angelegenheit zu konzentrieren". 

cr/Reuters
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