Kauf der BHF-Bank RHJI bietet Hedgefonds die Stirn

Der Finanzinvestor RHJ International hat Forderungen von Hedgefonds nach einem Stopp des geplanten Kaufs der Frankfurter BHF-Bank zurückgewiesen. Bei einem Rückzug drohten Schadenersatzforderungen.
RHJI-Zentrale: Der Finanzinvestor spricht von "vertraglichen Verpflichtungen"

RHJI-Zentrale: Der Finanzinvestor spricht von "vertraglichen Verpflichtungen"

Foto: KRISTOF VAN ACCOM/ AFP

Frankfurt am Main - "Das Unternehmen hat vertragliche Verpflichtungen mit dem Verkäufer Deutsche Bank und den Co-Investoren", warnte RHJI in einem am Montag veröffentlichten Brief an seine Anteilseigner.

Vor Kurzem hatte eine Gruppe von Hedgefonds, die nach eigenen Angaben rund vier Prozent an RHJI hält, eine Aufspaltung der Firma, die Ausschüttung von Kapital und einen Stopp aller Zukäufe gefordert. Diese Punkte wollen die Fonds am 18. Juni auf der Hauptversammlung des in Brüssel börsennotierten Unternehmens durchsetzen. RHJI nannte die Vorschläge destruktiv und schädlich.

Der Verkauf der mehr als 150 Jahre alten BHF-Bank zieht sich für die Deutsche Bank  bereits seit vielen Jahren hin. Die Finanzaufsicht Bafin hatte anfänglich Zweifel an der Finanzkraft des Käufers RHJI geäußert, obwohl dieser von Beginn der geplanten Übernahme an Co-Investoren wie den US-Vermögensverwalter Blackrock und den BMW-Aktionär Stefan Quandt an Bord holte. Mit diesen ist man sich seit September über den Verkauf für knapp 400 Millionen Euro einig, aber die Bafin hat noch kein grünes Licht gegeben.

Entscheidung bis Ende des Sommers

In dem Brief an die Aktionäre spricht RHJI davon, dass bis spätestens Ende des Sommers mit einer Entscheidung zu rechnen sei.

Die Erfolgsaussichten der Hedgefonds-Revolte schätzen Experten als gering ein. Die größten Aktionäre von RHJI - darunter Blackrock - stehen hinter der strategischen Ausrichtung des vom früheren Dresdner-Bank-Vorstand Leonhard Fischer geführten Investors.

RHJI gehört bereits die britische Privatbank Kleinwort Benson, die Fischer mit der auf reiche Privatkunden spezialisierten BHF zusammenführen will. Damit soll der Investor zu einer Finanzgruppe weiterentwickelt werden.

Während die Tochter Kleinwort Benson schwarze Zahlen schreibt, steckt RHJI in der Verlustzone. Die Hedgefonds monieren, dass der Investor seit dem Börsengang 2005 1,2 Milliarden Euro an Verlusten angehäuft habe. Zudem sei der Aktienkurs um rund 80 Prozent gefallen. Daher wollen sie auch Fischer und andere Top-Manager ablösen und mit eigenen Gefolgsleuten ersetzen.

ts/rtr
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