Mittwoch, 23. Oktober 2019

Universalbank-Modell Barclays-Chef zweifelt an Geschäftsmodell der Deutschen Bank

Antony Jenkins: "Das Universalbanken-Modell ist tot"
REUTERS / Barclays
Antony Jenkins: "Das Universalbanken-Modell ist tot"

Der Chef der britischen Großbank Barclays , Antony Jenkins, hält die Strategie der Deutschen Bank für überholt. Das Universalbanken-Modell des deutschen Konkurrenten sei "tot".

London - "Das Universalbanken-Modell ist tot", sagte der Manager der "Financial Times" (Donnerstag). Seine Haltung begründete er nicht nur mit den immer strengeren Regeln der Aufsichtsbehörden und den verschärften Kapitalvorgaben, sondern auch mit den anstehenden Investitionen in die Digitalisierung des Bankgeschäfts.

Banken müssten sich künftig auf einige Bereiche konzentrieren, in denen sie Wettbewerbsvorteile hätten. Geldhäuser könnten es sich künftig nicht mehr erlauben, überall in Technologie zu investieren.

Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen verteidigt ähnlich wie US-Konkurrent JPMorgan Börsen-Chart zeigen und die britische Großbank HSBC Börsen-Chart zeigen trotz aller Veränderungen seit der Finanzkrise eisern ihr umfassendes Geschäftsmodell. Es verbindet das klassische Bankgeschäft für Privatkunden und Unternehmen mit der Vermögensverwaltung und dem schwankungsanfälligen Investmentbanking.

"Während sich Wettbewerber aus Märkten zurückziehen, bestehen für uns als globale Universalbank zunehmend Chancen, uns mit umfassenden Kundenlösungen zu differenzieren", hatten die beiden Co-Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain erst im Oktober gesagt.

Barclays und UBS haben Universalbankenmodell begraben

Auch Barclays Börsen-Chart zeigen setzte lange auf das Universalbankenmodell. Davon hat sich der seit gut zwei Jahren amtierende Vorstandschef Jenkins verabschiedet. Er zieht sein Haus ähnlich wie etwa die Schweizer UBS Börsen-Chart zeigen aus einigen Bereichen des Kapitalmarktgeschäfts zurück. Jenkins äußerte sich nun optimistisch, mit den Einschnitten verbundene Ziele wie eine bessere Kapitalausstattung und eine niedrigere Verschuldung früher als geplant zu erreichen.

Ein Grund für den Abbau des Investmentbankings bei Barclays sind die zahlreichen Affären, in die die Sparte verwickelt war. Die Bank wurde 2012 als erstes Geldhaus weltweit im Libor-Skandal um die Manipulation von Zinssätzen bestraft. Auch in die Affäre um Betrügereien bei Devisenkursen war das Institut verwickelt. Eine Einigung mit den Behörden steht aber noch aus, seit die Bank im November aus einem groß angelegten Vergleich von mehreren Banken und Behörden ausgeschert war.

"Wre sind mit einer Reihe von Behörden in Gesprächen", sagte Jenkins zum aktuellen Stand. "Ich hoffe, dass wir im Lauf des nächsten Jahres Einigungen erzielen."

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la/dpa-afx

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