Umstrittene Verbindung Barclays-Chef stürzt über Epstein-Affäre

Jes Staley ist als Chef der britischen Großbank Barclays zurückgetreten. Die Schlussfolgerungen der britischen Aufsichtsbehörden im Fall Epstein fallen offenbar zu seinen Ungunsten aus. Ein Nachfolger steht bereits fest.
Verbindung mit Folgen: Barclays-Chef Jes Staley tritt zurück, will aber die Vorwürfe der britischen Aufsichtsbehörden anfechten

Verbindung mit Folgen: Barclays-Chef Jes Staley tritt zurück, will aber die Vorwürfe der britischen Aufsichtsbehörden anfechten

Foto: TOLGA AKMEN/ AFP

Der Chef der britischen Großbank Barclays, Jes Staley (64), tritt nach Untersuchungen der britischen Finanzaufsicht über seine Verbindungen zu dem verstorbenen Sexualstraftäter und US-Banker Jeffrey Epstein zurück. Die Bank habe vorläufige Schlussfolgerungen der britischen Behörden erfahren, teilte Barclays am Montag in London mit. Angesichts dieser Informationen und der Absicht von Staley, diese anzufechten, seien das Board der Bank und Staley übereingekommen, dass er als Vorstandschef und Direktor von Barclays zurücktreten werde.

Staleys Nachfolger wird C.S. Venkatakrishnan, der bislang das Segment Globale Märkte leitete. Seine Berufung muss noch von Behörden bestätigt werden.

Epstein soll Dutzende Mädchen missbraucht haben und war im Juli 2019 vom FBI festgenommen worden, als er von einer Frankreichreise mit seinem Privatjet zurückkehrte. Laut Anklage baute er zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring auf. Im August 2019 wurde er in seiner Gefängniszelle tot aufgefunden.

Laut einem Bericht der "New York Times" aus dem Jahr 2019 hatte Epstein Dutzende reiche Kunden an Staley verwiesen, als dieser das Privatbank-Geschäft bei JPMorgan leitete. Zudem habe Staley seinen Bekannten 2008/09 im Gefängnis besucht, als dieser eine Strafe absitzen musste, nachdem er sich schuldig bekannt hatte, Klienten mit minderjährigen Prostituierten versorgt zu haben.

Staley stand seit 2015 an der Spitze der Bank. Die Aufsichtsbehörden hatten im Februar 2020 eine Untersuchung dazu eingeleitet, welche Verbindungen er zu Epstein gehabt hat. Staley sei laut der Untersuchung weder Zeuge von mutmaßlichen Verbrechen Epsteins gewesen, noch habe er Kenntnis von diesen gehabt, hieß es von Barclays. Das sei auch der zentrale Grund gewesen, warum Barclays Staley nach der Verhaftung Epsteins im Sommer 2019 unterstützt habe.

mg/Reuters, dpa-afx
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