Zentralbank testet 109 Großbanken Sechs Banken scheitern an Kapitalanforderungen der EZB

EZB-Tower in Frankfurt: Mit den Ergebnissen des SREP-Testes "weitgehend zufrieden"

EZB-Tower in Frankfurt: Mit den Ergebnissen des SREP-Testes "weitgehend zufrieden"

Foto: Boris Roessler/ DPA

Mehrere Kreditinstitute haben bei der jährlichen Prüfung der EZB-Bankenaufsicht die Kapitalanforderungen nicht erfüllt. Sechs der insgesamt 109 kontrollierten Großbanken aus dem Euro-Raum verletzten die Vorgaben, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstag mitteilte. Die Namen nannte die Aufsicht nicht. Die Kapitalanforderungen und - empfehlungen (CET1) lagen 2019 wie im Jahr zuvor bei 10,6 Prozent.

"Wir sind weitgehend zufrieden mit dem Gesamtniveau der Kapitaladäquatheit der signifikanten Institute unter unserer Aufsicht", kommentierte EZB-Chefbankenaufseher Andrea Enria die Resultate.

Dies war bereits die fünfte jährliche Bankenprüfung (SREP) der EZB-Bankenaufsicht. Seit Herbst 2014 kontrolliert die Notenbank die großen Institute im europäischen Währungsraum. Aktuell überwacht sie 117 Banken. Die Aufsicht über die kleineren Geldhäuser teilt sie sich mit den nationalen Aufsehern.

Hartes Kernkapital als Puffer für Krisenzeiten

Die von den Behörden insgesamt geforderten Werte an hartem Kernkapital (CET1) erhöhten sich um 20 Basispunkte auf 11,7 Prozent. Hartes Kernkapital gilt als wichtiger Puffer für Krisenzeiten. Von den 109 Banken, die im Rahmen der jährlichen sogenannten SREP-Überprüfung von der Aufsicht in Augenschein genommen wurden, lagen 6 unter den empfohlenen Werten. Diese Institute müssen nun einen Plan vorlegen, wie sie die Lücken schließen wollen.

In dem "SREP"-Prozess ("Supervisory Review and Evaluation Process") bewerten die Aufseher unter anderem die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells und die Angemessenheit des Risikomanagements. Im Ergebnis legen die Behörden individuelle Kapitalzuschläge für Banken fest und bestimmen unter anderem, wie viel Geld die Institute als Dividende an ihre Anteilseigner ausschütten dürfen.

Mit dem Abbau von ausfallgefährdeten Darlehen ("Non-Performing Loans"/NPL) kommen die Institute den Angaben zufolge gut voran: Als die EZB vor gut fünf Jahren die Bankenaufsicht im Euroraum übernahm, belief sich das NPL-Volumen bedeutender Institute auf rund eine Billion Euro. Ende September 2019 waren es noch 543 Milliarden Euro.

Die EZB beaufsichtigt seit November 2014 die größten Banken und Bankengruppen im Euroraum direkt, derzeit sind es 117 Institute im gemeinsamen Währungsraum.

la/dpa/reuters
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