Donnerstag, 14. November 2019

Führt die Bankenfusion in die Zukunft? Was Deutsche und Commerzbank digital zu bieten haben

Deutsche und Commerzbank in Frankfurt: Die Institute sprechen über eine mögliche Fusion

7. Teil: Robo Advisor - manche Angebote bleiben halbherzig

Digitale Vermögensverwaltung ist ein Musterbeispiel für die Modernisierungsprobleme der beiden Banken. Nach der großen Aufmerksamkeitswellefür das deutsche Start-up Scalable Capital, an dem sich die Fondsgesellschaft Blackrock mittlerweile 35 Prozent gesichert hat, startete die Deutsche Bank ihre eigene automatisierte Anlageberatung namens Robin. In seiner Performance und seiner Kostenstruktur liegt das Angebot verglichen mit dem Wettbewerb stets nur im Mittelfeld.

Bei der Commerzbank sieht es ähnlich schwierig aus. Das Institut hat im vergangenen Sommer die Pläne für eine eigene automatisierte Anlageberatung ganz beerdigt - obwohl der Punkt in der Strategie "Commerzbank 4.0" noch wichtig schien. Das Angebot zur Vermögensverwaltung sollte über Computerprogramme hinausgehen und beratende Komponenten enthalten, wie das Branchenmedium "Finanz-Szene.de" berichtete. Stattdessen entschied man sich, künftig auf den Robo Advisor "Cominvest" der Tochter Comdirect zu setzen.

An dieser Stelle mag die Commerzbank richtig gespart haben - schließlich gibt es im Hause bereits ein funktionierendes Angebot. Ein Blick auf Robin und Cominvest aber zeigt: Im Vergleich zu Start-ups der Branche scheinen die Institute offenbar nicht gewillt, hohe Verluste für neue Digitalangebote in Kauf zu nehmen. Und ihr Geld kommt vor allem weiter aus dem alten Geschäft. Das könnte sich als Innovationsbremse erweisen.

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