Montag, 18. November 2019

Führt die Bankenfusion in die Zukunft? Was Deutsche und Commerzbank digital zu bieten haben

Deutsche und Commerzbank in Frankfurt: Die Institute sprechen über eine mögliche Fusion

5. Teil: Multibanking - notgedrungene Öffnung für Dritte

Als "die große digitale Zukunftsvision" pries Christian Sewing Multibanking an, als er noch Privatkundenvorstand war. Statt auf Kundentreue zu setzen, soll die Deutsche Bank den bequemsten Zugang zu den besten Angeboten liefern, auch wenn sie von der Konkurrenz stammen. Aus der Deutsche-Bank-App heraus sind Transaktionen auf Fremdkonten heute schon möglich. Ein erster Testfall war der von der Bank gestartete Zinsmarkt, eine Festgeld-Plattform. Die Firma Dwins von zwei Postbanker-Zwillingen, die auf einem Hackathon der Deutschen Bank 2016 die Finanzguru-App entwickelten, ist mit 25 Prozent Kapital der Bank ausgestattet.

Nicht ganz rund laufen diverse Versuche, Nutzwert auch über Gelddinge im engeren Sinn hinaus zu bieten - beispielsweise die digitale Dokumentenablage und Passwortspeicher E-Safe. Oder das mit mehreren deutschen Konzernen als Gegengewicht zu Facebook Börsen-Chart zeigen und Google Börsen-Chart zeigen gestartete (allerdings kaum genutzte) Universal-Login Verimi. Als nächstes großes Ding wurde im November die App Yunar vorgestellt, die Bonusprogramme verwaltet und zu einer digitalen Geldbörse erweitert werden soll.

Die Commerzbank zeigte sich zuletzt zufrieden mit der Nutzung ihrer Banking-App: 2018 sei sie um 42 Prozent gestiegen. Wichtig ist der Multibanking-Ansatz im Firmenkundengeschäft. Firmenkonten aller Banken können integriert und via App gemanagt werden. Im März 2014 gründete die Bank übrigens den Main Incubator, der in Start-ups investiert, die das Firmenkundengeschäft digitalisieren wollen. Insgesamt hält die Commerzbank laut "Finanz-Szene.de" die meisten Fintech-Beteiligungen unter deutschen Banken.

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