Dienstag, 12. November 2019

Führt die Bankenfusion in die Zukunft? Was Deutsche und Commerzbank digital zu bieten haben

Deutsche und Commerzbank in Frankfurt: Die Institute sprechen über eine mögliche Fusion

4. Teil: Geschäftskunden als Chance

Das Massengeschäft mit Privatkunden, wo Fintechs besonders Furore machen, war vielleicht nie die große Stärke der Deutschen Bank. Im B2B-Bereich könnte das anders sein - dort hat der Konzern mehrere externe Beteiligungen, einige davon im Konsortium mit anderen Banken.

Dazu zählen 12,5 Prozent an Trustbills, einer maßgeblich von der genossenschaftlichen DZ Bank geförderten Auktionsplattform für Handelsforderungen; im selben Geschäft versucht das von UBS und anderen angestoßene Projekt Wetrade eine Anwendung für die Blockchain-Technik zu finden. Deutsche und Commerzbank sind beide daran beteiligt, ebenso wie an der Anleihenplattform Neptune Networks. Für die Hausverwaltungs-Plattform Vermietet.de agierten beide Banken 2018 als Frühphasen-Investoren.

Seit 2015 ist die Deutsche Bank an Acadiasoft beteiligt, eine Kooperation der wichtigsten Swap-Händler weltweit, die Absicherungsgeschäfte automatisieren soll. Der Geschäftsbericht weist einen Anteil von 4,5 Prozent aus.

Die Commerzbank hat Anfang 2017 ihren sogenannten "Open Space" eröffnet. Die Plattform soll Firmenkunden dabei helfen, ihr Geschäft zu digitalisieren. Gerade Mittelständler würden Hilfe bei der Transformation erwarten, hieß es damals von der Bank. Unter anderem sollen sie mithilfe der Einrichtung Kooperationspartner wie Start-ups finden können.

Daneben zeigen die Engagements des Bank-eigenen Investmentarms Commerzventures, in welchen Bereichen die Bank Potenzial sieht. So ist das Institut beispielsweise an Bilendo beteiligt, das kleinen und mittelständischen Unternehmen mit einer Plattform das Kreditmanagement erleichtern will. Investiert hat Commerzventures außerdem in die Buchhaltungssoftware Candis und in das vielversprechende Fintech Mambu, das Kernbankensysteme modernisieren will und Cloud-Lösungen anbietet. Das Berliner Unternehmen zog kürzlich einen renommierten Investor aus dem Silicon Valley an: Bessemer Ventures, das unter anderem in Pinterest, LinkedIn und Twitch investierte.

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