Montag, 18. November 2019

Führt die Bankenfusion in die Zukunft? Was Deutsche und Commerzbank digital zu bieten haben

Deutsche und Commerzbank in Frankfurt: Die Institute sprechen über eine mögliche Fusion

3. Teil: Können Hubs allein den digitalen Rückstand aufholen?

Ein Großteil der digitalen Investitionen - die Deutsche Bank gibt jährlich neunstellige Beträge dafür aus - geht in Standorte, wo Mitarbeiter der Bank mit neuen Ideen experimentieren und sich mit Start-ups vernetzen. Vor allem dem Investmentbanking arbeiten schon länger die Innovation Labs in London, New York und Palo Alto zu. Unter dem Dach der Retailsparte entsteht seit 2018 der neue Geschäftsbereich "Digital Ventures", unter anderem mit dem "Quartier Zukunft" an der Berliner Friedrichstraße.

Kern der Fintech-Versuche des Konzerns jedoch ist die 2016 gestartete Frankfurter Digitalfabrik, die inzwischen auf 800 Mitarbeiter gewachsen ist - während die Konzernbelegschaft insgesamt deutlich schrumpfte. Die Postbank hat eine günstigere Lösung gefunden: ein Online-Ideenlabor, in dem auch die Kunden mithelfen.

Die Commerzbank setzt auf ihren "Digital Campus" in Frankfurt. 1000 Mitarbeiter sollen dort neue Produkte entwickeln und Digitalisierungsprojekte vorantreiben. Für CEO Zielke ist der Campus das Vorbild für die Konzernorganisation geworden: Unter dem Namen Campus 2.0 will er den Digitalgeist in den Rest der Bank übertragen. Dafür soll beispielsweise die Zusammenarbeit umgestellt werden, wie das "Handelsblatt" berichtete. Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen, die an der Entwicklung eines Angebots mitwirken, sollen demnach in Teams zusammengefasst werden und die neuen Produkte von der Idee bis zum Markteintritt begleiten. Auch die IT soll besser integriert werden - etwas, das sich auch die Deutsche Bank vorgenommen hat.

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