Donnerstag, 22. August 2019

Hypothekenstreit Bank of America zahlt 17 Milliarden Dollar Strafe

Milliardenschwerer Vergleich: Die Bank of America hat sich mit der US-Regierung geeinigt - und zahlt

Die Bank of America zahlt wegen riskanter Hypothekengeschäfte vor der Finanzkrise eine Rekordstrafe von rund 17 Milliarden Dollar. Ein Teil des Geldes soll Hausbesitzern in Not zugute kommen.

New York - Die Bank of America legt ihren jahrelangen Streit mit der US-Regierung über den Verkauf fauler Hypothekenpapiere mit einer Rekordstrafe von fast 17 Milliarden Dollar bei. Das Institut und das US-Justizministerium gaben den Vergleich am Donnerstag bekannt.

Demnach fließen rund 9,7 Milliarden Dollar in bar an die Behörden, mit dem Rest des Geldes soll Hausbesitzern in Not geholfen werden. Das dürfte zwar das laufende Quartal verhageln. An der Börse herrschte aber Erleichterung, dass die Bank of America damit den Großteil ihrer Altlasten vom Tisch räumt. Die Aktie zog im frühen Handel an der Wall Street um fast 2 Prozent an.

"Wir glauben, dass dieser Vergleich im besten Interesse unserer Aktionäre ist und uns erlaubt, nach vorne zu schauen", erklärte Vorstandschef Brian Moynihan.

Das Institut soll beim Verkauf von verbrieften Immobilienkrediten an Investoren Risiken verschleiert haben, die erst zu Tage traten, als der amerikanische Häusermarkt in der Finanzkrise kollabierte. Die Käufer erlitten deshalb hohe Verluste. Die kritischen Wertpapiere hatte sich das Institut mit den Übernahmen von Merrill Lynch und vor allem Countrywide eingekauft. Damit drehte die Bank of America ein besonders großes Rad auf dem Immobilienmarkt.

Die einzigen waren sie allerdings nicht: Zahlreiche Geldhäuser, darunter auch die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen, haben wegen ähnlicher Vorwürfe ebenfalls schon hohe Strafen in den USA gezahlt. Bisheriger Rekordhalter in der Sache war der US-Marktführer JP Morgan mit 13 Milliarden Dollar.

Durch die Belastungen dürfte sich der Vorsteuergewinn im laufenden dritten Quartal voraussichtlich um 5,3 Milliarden Dollar verringern, wie die Bank of America Börsen-Chart zeigen einräumte. Schon in den vergangenen Jahren bremsten die Altlasten das Institut beim Neustart. So knöpften sich die Behörden die Bank unter anderem schon wegen unzureichender Informationen für die Anleger vor der Übernahme von Merrill Lynch vor.

rei/rtr

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