US-Banken Morgan Stanley zieht sich achtbar aus der Affäre

Auch der US-Großbank Morgan Stanley sind im Zuge der Steuerreform im vierten Quartal die Gewinne weggebrochen. So heftig wie Goldman Sachs oder die Citigroup traf es die Bank aber nicht. Auf Jahressicht konnte Morgan Stanley die Erträge und noch stärker den Gewinn steigern.
Trotz eines Gewinneinbruchs im vierten Quartal hat die US-Bank Morgan Stanley ihren Gewinn im abgelaufenen Jahr 2017 noch steigern können

Trotz eines Gewinneinbruchs im vierten Quartal hat die US-Bank Morgan Stanley ihren Gewinn im abgelaufenen Jahr 2017 noch steigern können

Foto: Justin Lane/ dpa

Die US-Steuerreform hat auch der Investmentbank Morgan Stanley zunächst eine hohe Abschreibung eingebrockt. Im vierten Quartal fiel der Nettogewinn deshalb im Jahresvergleich um 59 Prozent auf 686 Millionen Dollar (561 Millionen Euro), teilte das Geldhaus am Donnerstag in New York mit. Wegen der neuen Steuergesetze musste eine das Geldhaus eine einmalige Sonderbelastung in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar verbuchen.

Die Steuerreform hatte bereits die anderen großen US-Banken wie Goldman Sachs, JPMorgan, Bank of America und vor allem die Citigroup im Schlussquartal belastet.

Zum einen können Verluste aus der Vergangenheit - etwa aus der Finanzkrise - künftig nicht mehr so stark genutzt werden, um die Steuerlast zu drücken. Zum anderen wird eine einmalige Sonderabgabe auf Vermögen fällig, das US-Konzerne im Ausland horten. Insgesamt dürften die Banken aber stark von der Senkung der Unternehmenssteuern von 35 auf 21 Prozent profitieren.

Erträge stiegen um 5 Prozent

Im Tagesgeschäft lief es bei Morgan Stanley zuletzt gut, insbesondere die florierende Vermögensverwaltung ließ die Erträge im vierten Quartal um rund 5 Prozent auf 9,5 Milliarden Dollar steigen. Insgesamt übertrafen die Zahlen die Erwartungen der Analysten deutlich.

Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 legte der Gewinn um 3 Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar zu. Die Erträge kletterten um 10 Prozent auf 37,9 Milliarden Dollar. "Wir starten 2018 mit viel Schwung", verkündete Bankchef James Gorman. Steigende Zinsen und niedrigere Steuern dürften die Geschäfte weiter anschieben.

Goldman Sachs - Milliardenverlust nach Milliardengewinn

Die US-Steuerreform und der schwache Handel reißen weiter tiefe Löcher in die Bilanzen von US-Banken. Nach der Großbank Citigroup , die am Vortag von einem mehr als 18 Milliarden Dollar hohen Quartalsverlust berichtete, müssen nun auch die Edelbanker von Goldman Sachs für das vierte Quartal einen Verlust ausweisen. Nach einem Gewinn von 2,15 Milliarden vor Jahresfrist, stand nun ein Nettoverlust von 2,14 Milliarden Dollar , wie Goldman am Mittwoch mitteilte.

Die Belastungen aus der Steuerreform bezifferte Goldman Sachs auf 4,4 Milliarden Dollar. Der Großteil der Summe entfällt nach früheren Angaben auf eine einmalige Steuer, um im Ausland erzielte Gewinne in die USA zu holen.

Aber auch im Tagesgeschäft lief es nicht rund. Die Erträge gingen um 4 Prozent auf 7,83 Milliarden Dollar zurück. Im Handel mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen setzten Goldman die Zurückhaltung der Kunden und extrem niedrige Schwankungen an den Finanzmärkten zu. Hier gingen die Erträge binnen Jahresfrist um 50 Prozent auf eine Milliarde Dollar zurück. Im Gesamtjahr lag der Rückgang bei 30 Prozent.

Jahresgewinn 2017 halbiert

Sie rutschten damit noch stärker ab als bei den US-Wettbewerber oder der Deutschen Bank , die hier für das vierte Quartal von minus 22 Prozent berichtete, die endgültigen Zahlen aber erst am 2. Februar vorlegen wird.

Auf Jahressicht halbierte sich 2017 der Gewinn von Goldman Sachs auf fast 3,7 Milliarden Dollar. Während der Handel schwächelte, konnte Goldman im Geschäft mit der Beratung bei Fusionen und Übernahmen glänzen und den zweiten Platz hinter Morgan Stanley verteidigen. Der Rivale legt seine Zahlen am Donnerstag vor.

18 Milliarden Dollar Verlust bei Citigroup, Bank of America macht noch Gewinn

Der Gewinn der US-Großbank Bank of America  hat sich im vierten Quartal wegen Einmalbelastungen durch die Steuerreform nahezu halbiert. Der Nettogewinn (Überschuss) fiel auf 20 Cent je Aktie oder 2,37 Milliarden Dollar von 4,54 Milliarden vor Jahresfrist.

Die Belastungen durch die Steuerreform bezifferte das Institut auf 2,9 Milliarden Dollar. Ohne Berücksichtigung der Steuerbelastung hätte sich der Gewinn auf 5,3 Milliarden US-Dollar oder 47 Cent pro Aktie belaufen, teilte die Bank mit. Damit scheint sich die Bank of America deutlich besser geschlagen zu haben als die Wettbewerber.

Im operativen Geschäft profitierte die Bank of America von den höheren Zinsen in den USA, der gestiegenen Nachfrage nach Krediten und Kostensenkungen. Die Erträge stiegen im vierten Quartal um 2 Prozent auf 20,4 Milliarden Dollar, obwohl auch die Bank of America die Zurückhaltung der Kunden beim Handel zu spüren bekam. Im Handel mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen gingen die Erträge um 13 Prozent zurück.

Der Wettbewerber Citigroup  hatte am Vortag für das vierte Quartal einen Verlust von 18,3 Milliarden Dollar berichtet und begründete dies mit einer einmaligen Belastung von 22 Milliarden Dollar durch die Steuerreform. Bereinigt um diese Belastungen wäre der Gewinn um 4 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar gestiegen.

Der Großteil der Belastungen, die US-Banken jetzt ins vierte Quartal buchen, geht auf sogenannte Verlustvorträge zurück: Dabei können frühere Verluste mit künftigen Gewinnen verrechnet werden und somit die Steuerlast drücken. Weil im Zuge der Reform der Steuersatz aber insgesamt sinkt, sind Verlustvorträge nun weniger wert. Ein kleinerer Teil der Belastung geht auf eine Sonderabgabe auf im Ausland geparkte Gewinne zurück.

rei/Reuters/dpa
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