Montag, 21. Oktober 2019

Auch Bank of America glänzt, aber: Beste Zeiten für US-Banken vorbei?

7,2 Milliarden Dollar Quartalsgewinn - auch die Bank of America profitiert von Trumps Steuergesetzgebung, guter Konjunktur und steigenden Zinsen in den USA

Die Bank of America Börsen-Chart zeigen (BoA) hat im Sommer wie die heimische Konkurrenz von der US-Steuerreform, steigenden Zinsen und der guten Konjunktur in den Vereinigten Staaten profitiert. Unter dem Strich kletterte der Gewinn im dritten Quartal auf 7,2 Milliarden Dollar, teilte die zweitgrößte US-Bank am Montag mit.

Im Frühjahr hatte das Institut 6,8 Milliarden Dollar eingefahren, das dritte Quartal des vergangenen Jahres hatte die Bank mit einem Gewinn von 4,96 Milliarden Dollar abgeschlossen. Vor Steuern standen neun Milliarden Dollar zu Buche - so viel wie noch nie in einem Quartal in der Geschichte des Geldhauses.

Grundlage für die starke Gewinnentwicklung bei der Bank of America Börsen-Chart zeigen sei vor allem das Wachstum der ausgereichten Kredite gewesen, während der Anleihehandel schwächer ausfiel. Der Zinsüberschuss der BoA stieg um 6 Prozent auf 11,9 Milliarden Dollar. Die gesamten Erträge legten um 4 Prozent auf 22,8 Milliarden Dollar zu. Zudem musste die Bank weniger Geld für "faule Kredite" zur Seite legen als ein Jahr zuvor. In allen Sparten wuchs der Gewinn deutlich.

Die Bank of America reiht sich damit ein in die Reihe der US-Großbanken, die zuletzt mit hohen Gewinnen sich hervortaten. Bereits am Freitag hatten JP Morgan, die Citigroup und Wells Fargo Milliarden-Gewinne gemeldet. Am Dienstag veröffentlichen Morgan Stanley Börsen-Chart zeigen und Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen ihre Quartalsbilanzen.

Nähern sich die besten Zeiten für US-Banken ihrem Ende?

US-Geldinstitute profitieren schon länger von Donald Trumps Deregulierungspolitik für Wall-Street-Banken und der seit Jahresbeginn auf 21 Prozent gesunkenen Körperschaftssteuer - der Steuersatz lag zuvor bei 35 Prozent. Zudem wecken steigende US-Zinsen die Aussicht auf größere Margen im Kreditgeschäft. Aktien der Geldinstitute zählten daher in der Vergangenheit zu den großen Gewinnern an der Börse.

Der Erwartungsdruck schien sich vor den Zahlen zum jüngsten Quartal allerdings deutlich erhöht zu haben: So hatten Aktien der US-Banken seit ihrem Hoch Ende August im Schnitt gut 10 Prozent verloren. Und Analysten scheinen mittlerweile auch genauer hinzuschauen. JP Morgan zum Beispiel hatte zwar die Markterwartungen geschlagen. Dies habe aber primär an geringeren Rückstellungen gelegen. "Wer auf eine Glanzergebnis gehofft hatte, sieht sich enttäuscht", monierte etwa Brian Kleinhanzl vom Branchenspezialisten Keefe, Bruyette & Woods laut dem Schweizer Magazin "Finanz und Wirtschaft".

Die Citigroup wiederum hatte ihren Gewinnanstieg im dritten Quartal fast ausschließlich den niedrigeren Steuern und gesunkenen Kosten zu verdanken. Die Erträge stagnierten hingegen.

rei mit Nachrichtenagenturen

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