Montag, 20. Mai 2019

Gelungene Quartalszahlen Allianz punktet im Kerngeschäft

Allianz: Alle drei Sparten des Unternehmens legten zu - vor allem das Kerngeschäft eines Versicherers, die Lebens- und Krankenversicherungen

Geringe Katastrophenschäden und ein starkes Lebensversicherungsgeschäft haben der Allianz Börsen-Chart zeigen im Sommer einen überraschend kräftigen Gewinnsprung beschert. Unter dem Strich stand im dritten Quartal ein Überschuss von knapp 1,9 Milliarden Euro und damit rund 37 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie Europas größter Versicherer am Freitag in München mitteilte. Alle drei Sparten warfen mehr ab, besonders im Geschäft mit Lebens- und Krankenversicherungen verdiente der Dax-Konzern deutlich mehr.

Insgesamt stieg der operative Gewinn um 18 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Analysten hatten mit einem deutlich geringeren Anstieg gerechnet. Für das Gesamtjahr sieht Finanzvorstand Dieter Wemmer den Versicherer auf Kurs zu dem geplanten operativen Gewinn in Höhe von 10 bis 11 Milliarden Euro. Analysten gingen zuletzt im Schnitt von rund 10,4 Milliarden Euro aus.

Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten zunächst gut an. Im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz gewann die Allianz-Aktie am Morgen rund ein Prozent an Wert, auf der Handelsplattform Tradegate notierten die Papiere mehr als eineinhalb Prozent im Plus.

"Unsere Bemühungen, das Geschäft in einem sehr schwierigen Umfeld weiterzuentwickeln, zahlen sich aus", sagte Dieter Wemmer. In vielen Geschäftsbereichen machte er ein nachhaltiges profitables Wachstum aus. Im dritten Quartal stieg der Konzernumsatz um ein halbes Prozent auf 27,7 Milliarden Euro.

Auf die ersten neun Monate gesehen liegt die Allianz jedoch weiterhin hinter dem Vorjahr zurück. Beim operativen Ergebnis von 8,0 Milliarden beträgt der Rückstand knapp zwei Prozent, beim Überschuss von 5,1 Milliarden beläuft er sich auf gut ein Prozent. Dies lag vor allem an hohen Katastrophenschäden durch die schweren Unwetter in Deutschland und Frankreich im Mai und Juni sowie dem geplanten Verkauf des Südkorea-Geschäfts, der zur Jahresmitte hohe Abschreibungen in der Bilanz verursacht hatte.

Im dritten Quartal blieben hohe Schäden durch Naturkatastrophen weitgehend aus. Von den Prämieneinnahmen im Schaden- und Unfallgeschäft konnte die Allianz nach Abzug der Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb daher mehr Gewinn einstreichen als ein Jahr zuvor. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich überraschend von 94,1 auf 93,5 Prozent. Ihren operativen Gewinn steigerte die größte Sparte des Konzerns daher um vier Prozent auf 1,4 Milliarden Euro.

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