Russischer Oligarch Razzia bei der UBS wegen Geldwäscheverdacht gegen Usmanow

Fahnder des Bundeskriminalamts durchsuchen die Frankfurter Zentrale der Schweizer Großbank UBS und eine Niederlassung in München. Sie suchen im Fall des sanktionierten russischen Oligarchen Alischer Usmanow nach Beweisen für Geldwäsche.
Im Visier: Oligarch und Kunde der UBS, Alischer Usmanow, soll besonders enge Verbindungen zum russischen Präsidenten haben

Im Visier: Oligarch und Kunde der UBS, Alischer Usmanow, soll besonders enge Verbindungen zum russischen Präsidenten haben

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Aleksey Nikolskyi / dpa

Die Ermittlungen gegen den russischen Oligarchen Alischer Usmanow (69) wegen des Verdachts der Geldwäsche betreffen nun auch die Schweizer Großbank UBS. Am Dienstag durchsuchten Ermittler Standorte der Großbank in Frankfurt am Main und München. "Wir bestätigen, dass in den Räumlichkeiten der UBS-Europe-SE-Niederlassungen in Frankfurt und München staatsanwaltschaftliche Durchsuchungen stattfinden. Wir kooperieren vollumfänglich mit den Behörden und bitten um Verständnis, dass wir uns zur Sache aktuell nicht weiter äußern können", teilte eine Sprecherin des Geldhauses auf Anfrage mit. Zuvor hatte DER SPIEGEL darüber berichtet.

Die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft bestätigte die Durchsuchung einer Großbank wegen des Verdachts der Geldwäsche eines der Kunden des Instituts. Es gebe keine Ermittlungen gegen die Bank selbst oder gegen Mitarbeiter des Geldhauses. Die Durchsuchung diene der Sicherstellung von Beweismitteln.

Der Multimilliardär und russische Oligarch Usmanow steht seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine auf der Sanktionsliste der Europäischen Union . Gegen Usmanow, der lange als unantastbar galt und exzessive Partys in seiner Luxusvilla am Tegernsee bei München feierte, war kürzlich ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Geldwäsche, Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz und Steuerhinterziehung eingeleitet worden. Er soll dem deutschen Fiskus insgesamt rund 555 Millionen Euro vorenthalten haben.

Millionenschwere Kunstgegenstände auf Jacht gefunden

Bereits im September hatten Fahnder des BKA und der NRW-Steuerfahndung mehrere Immobilien des Putin-Unterstützers am Tegernsee durchsucht und Unterlagen sowie Wertgegenstände sichergestellt. Auch seine Jacht "Dilbar" im Bremer Hafen und ein zugehöriges Lager wurden durchsucht. Dabei beschlagnahmten die Behörden unter anderem Kunstgegenstände in einem geschätzten Wert von fünf Millionen Euro.

Die Wirtschaftskriminalisten vom BKA sammelten in den vergangenen Monaten fast 100 Geldwäscheverdachtsmeldungen von Banken, die Transaktionen von Usmanow betreffen sollen. Neun davon sollen von der UBS Europa SE stammen. Die Anzeigen richteten sich zum Teil gegen den Russen selbst, zum Teil auch gegen Offshore-Firmen, die mit ihm in Verbindung stehen. Zwar erfolgten die Verdachtsmeldungen der UBS an die Behörden bereits vor Jahren. Aber erst mit den EU-Sanktionen rückte Usmanow ins Visier deutscher Ermittler.

Usmanow hält sich derzeit im Ausland auf. Sicherheitskreise vermuten ihn in Usbekistan. Er gilt als Unternehmer mit besonders engen Verbindungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin (70). Der Sprecher des Oligarchen weist die Vorwürfe zurück.

dri mit Material von dpa
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