Aareal Bank Zweiter Hedgefonds lehnt Offerte der Finanzinvestoren als zu niedrig ab

Die Finanzinvestoren Advent und Centerbridge stoßen mit ihrem Übernahmeangebot für die Aareal Bank bei einem weiteren Großaktionär auf Widerstand. Nach Petrus hält auch Teleios die Offerte für zu niedrig.
Aareal Bank: Das Übernahmeangebot von Advent und Centerbridge löst bei Aktionären bislang keine Begeisterung aus. Nun geht ein weiterer Hedgefonds in Stellung.

Aareal Bank: Das Übernahmeangebot von Advent und Centerbridge löst bei Aktionären bislang keine Begeisterung aus. Nun geht ein weiterer Hedgefonds in Stellung.

Foto: Alexandra Lechner / Aareal Bank

Die Finanzinvestoren Advent und Centerbridge bieten rund 1,7 Milliarden Euro für die Aareal Bank, die Offerte entspricht 29 Euro je Aktie. Nach Petrus Advisers will nun aber auch ein weiterer Hedgefonds, Teleios Capital Partners, diese Offerte ablehnen und verlangt stattdessen mehr Geld.

Für die Aktionäre der Aareal wäre es besser, das jetzige Übernahmeangebot zu ignorieren und eine faire Gegenleistung einzufordern, sagte Teleios-Mitbegründer Adam Epstein am Montag der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Teleios hält nach eigenen Angaben etwa 6 Prozent der Aareal-Aktien. Zuvor hatte sich bereits Petrus Advisers mit einem Anteil von 16 Prozent gegen das Angebot von Advent und Centerbridge gestellt. Deren Offerte läuft noch bis zum Ablauf des 19. Januar. Sie setzt voraus, dass sie mindestens 70 Prozent der Aareal-Anteile bekommen. Nach jüngsten Angaben wurden ihnen bis Freitagabend jedoch nur 4,21 Prozent angedient.

Annahmequote bislang unter 5 Prozent

Epstein sagte, ihm sei das Interesse anderer potenzieller Bieter für die Aareal Bank bekannt. "Aber Aareal, Advent und Centerbridge scheinen entschlossen zu sein, einen fairen Wettbewerb um jeden Preis zu vermeiden." Die beiden Hedgefonds allein könnten die Übernahme zum gebotenen Preis nicht verhindern. Sie kommen nach bisherigen Angaben zusammen nur auf rund 22 Prozent. Im November hatte allerdings auch der tschechische Investor Daniel Křetínský (46) seinen Anteil an der Aareal auf 7,8 Prozent aufgestockt.

Advent und Centerbridge könnten Angebot erhöhen

Sollte die derzeitige Offerte scheitern, könnten Advent und Centerbridge ihr Gebot erhöhen oder die Mindestannahmeschwelle senken. In beiden Fällen erhielten die Aktionäre mehr Zeit, eine veränderte Offerte anzunehmen oder ebenfalls abzulehnen. Bisher bieten die Finanzinvestoren insgesamt gut 1,7 Milliarden Euro für die Aareal Bank.

Bei der Aareal Bank geht es derzeit hoch her. Kritische Aktionäre fordern eine Neubesetzung des Aufsichtsrats. Eine Aktionärsrevolte war durch einen Fehler der US-Investmentbank Morgan Stanley verhindert worden.

Das Aareal-Management unterstützt unterdessen die Übernahme durch die Finanzinvestoren. "Das große Interesse von Advent und Centerbridge und das beabsichtigte Angebot der Bieterin sind ein klarer Beleg für die Attraktivität und Nachhaltigkeit unseres Geschäftsmodells", sagte Aareal-Bank-Chef Jochen Klösges (57) zu dem Vorstoß. Das angekündigte Angebot sei im besten Interesse des Unternehmens. Auch der Aufsichtsrat unterstütze die Offerte.

Gewinnschub im dritten Quartal

Es bleibt ihnen wohl auch nichts anderes übrig. Schließlich ist der Wiesbadener Immobilienfinanzierer aufgrund des Zauderns von Aufsichtsratschefin Marija Korsch (73) und des zuletzt deutlich gesunkenen Aktienkurses zum Übernahmekandidaten geworden .

Hinzu kam, dass die Bank durch ihre Ausrichtung auf Kredite für Gewerbeimmobilien wie Einkaufszentren und Büros besonders von der Corona-Krise getroffen wurde. Zuletzt hatte das Institut aber einen Gewinnschub erzielt. Das Konzernbetriebsergebnis hat sich im dritten Quartal binnen Jahresfrist auf 50 (Vorjahr: elf) Millionen Euro fast verfünffacht. Die Prognose eines Konzernbetriebsergebnisses von 100 bis 175 Millionen Euro in diesem Jahr wurde bestätigt.

Die Investoren stünden hinter der Strategie der Aareal Bank und wollten das Wachstum der Gruppe beschleunigen, hieß es weiter. Die nötigen Investitionen sollen demnach auch durch Gewinne finanziert werden, weshalb der zweite Teil der Dividende für 2020 erst einmal nicht fließen soll.

la/dpa-afx, Reuters