Poker um Geldhaus "Lausig" – Hedgefonds lehnt höhere Offerte für Aareal Bank ab

Die Finanzinvestoren Advent und Centerbridge stocken ihr Angebot für die Aareal Bank auf, doch bei zumindest einem Hedgefonds beißen sie auf Granit. Die Aktie gibt alle Gewinne wieder ab.
Heiß umworben: 31 Euro je Aktie bieten Finanzinvestoren nun für den Wiesbadener Immobilienfinanzierer

Heiß umworben: 31 Euro je Aktie bieten Finanzinvestoren nun für den Wiesbadener Immobilienfinanzierer

Foto: Alexandra Lechner / Aareal Bank

Ein Konsortium von drei Finanzinvestoren will die zweifelnden Aktionäre der Aareal Bank mit einer höheren Übernahmeofferte auf seine Seite ziehen. Advent, Centerbridge und CPPIB bieten für den Wiesbadener Immobilienfinanzierer nun 31 Euro je Aktie, zwei Euro mehr als bisher. Da man Aktien für 31 Euro gekauft habe, erhöhe man nun den angebotenen Preis für alle Aktionäre, teilte die Zweckgesellschaft Atlantic BidCo der beiden Finanzinvestoren am Mittwoch mit. Von wem Atlantic die Aktien für 31 Euro kaufte, wurde nicht mitgeteilt.

"Dieser noch attraktivere Angebotspreis ist endgültig, und es wird keine weitere Erhöhung des Angebotspreises geben", betonten sie. Mit der neuen Offerte wird die Aareal Bank mit 1,86 Milliarden Euro bewertet, 120 Millionen mehr als bisher. Nachdem die Aktie vorbörslich zunächst um 8 Prozent in die Höhe gesprungen war, gab sie kurz nach Handelsstart fast alle Gewinne wieder ab und notierte zuletzt sogar leicht im Minus knapp unter 28 Euro.

Ein möglicher Grund: Die Erhöhung der Offerte auf 31 Euro je Aktie sei "lausig", teilte der Hedgefonds Teleios Capital Partners am Mittwoch mit. Teleios hält nach bisherigen Angaben etwa 6 Prozent der Aareal-Aktien. Das erhöhte Gebot wäre nach Teleios' Darstellung immer noch ein gutes Geschäft für Advent und Centerbridge und ein schlechtes für die Aktionäre.

Zum Hintergrund: Advent und Centerbridge hatten jüngst mit Gegenwind von den Hedgefonds Petrus Advisers und Teleios Capital gegen die Übernahmeofferte zu kämpfen. Beide halten zusammen mehr als 20 Prozent der Aareal-Anteile und haben einen deutlich höheren Preis gefordert. Sie halten dabei vor allem die IT-Tochter Aareon für unterbewertet, die als wertvollster Teil der Immobilienfinanzierers gilt. Advent ist daran seit 2020 mit 30 Prozent beteiligt.

Wie der Poker um die Aareal Bank weitergeht, ist unklar. Um eine absehbare Schlappe abzuwenden, hatten die Finanzinvestoren vor einer Woche die Annahmeschwelle für ihr Angebot auf 60 von 70 Prozent gesenkt und damit zwei Wochen mehr Zeit gewonnen. Bis zum vergangenen Mittwoch hatten erst 19 Prozent der Aareal-Aktionäre die Offerte angenommen. Die Annahmefrist laufe bis zum 2. Februar, hieß es am Mittwoch weiter. Die Aareal-Aktie hatte am Dienstag den Handel mit 27,86 Euro beendet.

Bei der Aareal Bank geht es derzeit hoch her. Kritische Aktionäre fordern eine Neubesetzung des Aufsichtsrats. Eine Aktionärsrevolte war durch einen Fehler der US-Investmentbank Morgan Stanley verhindert worden.

Advent und Centerbridge wollen im Fall einer gelungenen Übernahme in die Aareal Bank und deren IT-Tochter Aareon kräftig investieren und auch das Kreditgeschäft ausbauen. Zudem sollen alle Gewinne in dem Konzern bleiben und nicht mehr an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Advent ist für die Aareal Bank kein Unbekannter. Das Institut hatte den Finanzinvestor bereits 2020 als Anteilseigner bei Aareon ins Boot geholt.

rei/Reuters/DPA