Advent und Centerbridge Finanzinvestoren wollen Aareal Bank übernehmen

Nun ist es offiziell: Die Finanzinvestoren Advent und Centerbridge haben ein Angebot für die Aareal Bank vorgelegt. Aufgrund des zuletzt deutlich gesunkenen Aktienkurses ist das Unternehmen zum Übernahmekandidaten geworden.
Finanzinvestoren schlagen zu: Die Kontrolleurin der Aareal Bank, Marija Korsch, hat zu spät reagiert

Finanzinvestoren schlagen zu: Die Kontrolleurin der Aareal Bank, Marija Korsch, hat zu spät reagiert

Foto: Alexandra Lechner / Aareal Bank

Die Finanzinvestoren Advent und Centerbridge machen nach den Sondierungsgesprächen ernst und legen für die Aareal Bank ein Übernahmeangebot vor. Die Finanzinvestoren wollen für den Finanzierer gewerblicher Immobilien 29 Euro je Aktie in bar zahlen, wie aus Mitteilungen der Aareal Bank und der Finanzinvestoren am Dienstag hervorgeht.

Die Aareal Bank würde damit an der Börse mit rund 1,74 Milliarden Euro bewertet. Die Offerte enthält einen Aufschlag von rund 35 Prozent auf den Durchschnittskurs der Aareal-Aktie der vergangenen drei Monate vor Bekanntwerden der Übernahmegespräche. Voraussetzung für einen Erfolg ist das Erreichen einer Mindestannahmeschwelle von 70 Prozent. Am Montag hatten die Aktien  der Aareal Bank mit 28,10 Euro geschlossen, am Dienstag legten sie knapp 3 Prozent zu.

Das Aareal-Management unterstützt die Übernahme. "Das große Interesse von Advent und Centerbridge und das beabsichtigte Angebot der Bieterin sind ein klarer Beleg für die Attraktivität und Nachhaltigkeit unseres Geschäftsmodells", sagte Aareal-Bank-Chef Jochen Klösges (57) zu dem Vorstoß. Das angekündigte Angebot sei im besten Interesse des Unternehmens. Auch der Aufsichtsrat unterstütze die Offerte.

Gewinnschub im dritten Quartal

Es bleibt ihnen wohl auch nichts anderes übrig. Schließlich ist der Wiesbadener Immobilienfinanzierer aufgrund des Zauderns von Aufsichtsratschefin Marija Korsch (73) und des zuletzt deutlich gesunkenen Aktienkurses zum Übernahmekandidaten geworden .

Hinzu kam, dass die Bank durch ihre Ausrichtung auf Kredite für Gewerbeimmobilien wie Einkaufszentren und Büros besonders von der Corona-Krise getroffen wurde. Zuletzt hatte das Institut aber einen Gewinnschub erzielt. Das Konzernbetriebsergebnis hat sich im dritten Quartal binnen Jahresfrist auf 50 (Vorjahr: elf) Millionen Euro fast verfünffacht. Die Prognose eines Konzernbetriebsergebnisses von 100 bis 175 Millionen Euro in diesem Jahr wurde bestätigt.

Die Investoren stünden hinter der Strategie der Aareal Bank und wollten das Wachstum der Gruppe beschleunigen, hieß es weiter. Die nötigen Investitionen sollen demnach auch durch Gewinne finanziert werden, weshalb der zweite Teil der Dividende für 2020 erst einmal nicht fließen soll.

mg/dpa-afx, Reuters
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