Luxusleben auf Bankkosten Ex-IWF-Chef Rato muss in Bankia-Affäre drei Millionen hinterlegen

Für Ex-IWF-Boss Rodrigo Rato wird es in Spanien eng. Als Beschuldigter muss er in der Finanzaffäre um die Pleite-Bank Bankia drei Millionen Euro aufbringen. Er ist aber nicht der Einzige, der im Visier der Justiz steht.
Ex-IWF-Boss Rodrigo Rato: Musste bei Gericht drei Millionen Euro hinterlegen

Ex-IWF-Boss Rodrigo Rato: Musste bei Gericht drei Millionen Euro hinterlegen

Foto: DANI POZO/ AFP

Madrid - Der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Rodrigo Rato, gerät in der sogenannten Selbstbedienungsaffäre um die spanische Großbank Bankia zunehmend in Bedrängnis. Der Ex-Präsident des Geldhauses muss jetzt als Beschuldigter eine Sicherheit von drei Millionen Euro hinterlegen. Der Ermittlungsrichter am Nationalen Gerichtshof in Madrid, Fernando Andreu, habe auch vom Ex-Chef des Bankia-Vorgänger-Instituts Caja Madrid, Miguel Blesa, eine Sicherheit von 16 Millionen gefordert, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur efe unter Berufung auf Justizkreise.

Mit diesen Beträgen sollen im Falle einer Verurteilung eventuelle Geldstrafen abgedeckt werden. Sollte die Sicherheit bis nächsten Mittwoch nicht hinterlegt werden, kann der Richter die Beschlagnahme von Vermögen anordnen. Rato, Blesa und ein dritter Beschuldigter wurden am Donnerstag von Andreu verhört.

Topmanager, aber auch Politiker und Gewerkschafter, die im Aufsichtsrat der Bank saßen, sollen jahrelang mit "schwarzen Firmenkarten" unter anderem Restaurantbesuche, Kleidung und Reisen bezahlt, aber auch Bargeld abgehoben haben. Laut Medienberichten geht es insgesamt um gut 15 Millionen Euro, die am Fiskus vorbeigeschleust worden sein sollen. Im Visier stünden insgesamt 86 Personen, die unter anderem auch der Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy angehören. Richter Andreu erklärte bisher aber nur drei zu Beschuldigten.

Bankia war nach dem Einbruch des Immobilienmarktes zum Inbegriff der spanischen Bankenkrise geworden. Die Ende 2010 durch die Fusion von sieben angeschlagenen Finanzinstituten ins Leben gerufene und im Mai 2012 verstaatlichte Bank hatte 2012 einen Verlust von 19 Milliarden Euro verbucht. Der Fast-Zusammenbruch war mit dafür verantwortlich, dass Spanien ein europäisches Rettungspaket für die Banken über 41 Milliarden Euro beantragte. Davon bekam allein Bankia 22 Milliarden Euro.

ts/jbe/dpa
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