Dienstag, 21. Mai 2019

Altlasten der Deutschen Bank Das Postbank-Risiko der Deutschen Bank

Schön war die Zeit: Der damalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und der Immer-noch-Deutsche-Post-Chef auf ihrer gemeinsamen Pressekonferenz zur Postbank am 12. September 2008.

Es ist die wohl komplizierteste Banken-Übernahme in der Geschichte der Bundesrepublik. Ab dem 20. Mai entscheidet der Bundesgerichtshof, ob die Deutsche Bank Aktionären beim Kauf der Postbank viel zu wenig Geld gezahlt hat. Die Fakten sprechen klar dafür.

Prolog:

Am 20. Mai 2014 verhandelt der Bundesgerichtshof über die Klage der Effecten-Spiegel AG gegen die Ungleichbehandlung der Minderheitsaktionäre der Postbank bei der Übernahme durch die Deutsche Bank im Jahr 2010, bei der der Deutschen Post als Großaktionär der Postbank durch vertragsgestaltende Maßnahmen ein deutlich höherer Preis je Aktie gezahlt wurde als den außenstehenden Minderheitsaktionären. Bei einer Gesamtbetrachtung der Transaktionsstruktur kommt man nicht umhin, die von der Deutschen Bank entwickelte Gestaltung als rechtswidrige Umgehung des übernahmerechtlichen Gleichbehandlungsgebotes im Hinblick auf die gezahlte Kontrollprämie einzustufen. Die Postbank-Übernahme dürfte sich daher für die Deutsche Bank nachträglich erheblich verteuern. Der Umfang hängt nicht zuletzt davon, ob die Deutsche Bank sich nach dem Kulturwandel gegenüber den benachteiligten Aktionären tatsächlich auf Verjährung berufen will.

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung