Freitag, 15. November 2019

Drohende Schieflage bei Sparkasse Südholstein Notruf im Sparkassenlager

Sparkasse: Ohne eine Geldspritze in Millionenhöhe droht der Sparkasse Südholstein der Einmarsch der Finanzaufsicht

Die Sparkassen-Finanzgruppe muss eines ihrer Mitgliedsinstitute mit frischem Kapital retten: Nach Informationen von Manager Magazin online benötigt die Sparkasse Südholstein mindestens 30 Millionen Euro.

Hamburg - Weil der Landesverband des nördlichsten Bundeslandes finanziell ausgeblutet ist, muss die Sicherungseinrichtung des Dachverbandes DSGV einspringen - die Rettungssumme wird also auf alle 417 Sparkassen in Deutschland verteilt. Anderenfalls könnten die Südholsteiner nicht die Eigenkapitalregeln Basel III erfüllen.

Einen endgültigen Beschluss gibt es Insidern zufolge noch nicht, weil erst noch über die Auflagen verhandelt werden muss, die die Sparkasse erfüllen soll. Vorstandschef Ralph Schmieder hatte bereits vor einigen Wochen zurücktreten müssen.

Klar ist aber, dass die Sparkassenfamilie letztlich einspringen wird, um das Kapital ihres Mitglieds aufzufüllen. Andernfalls würde die Finanzaufsicht einschreiten und könnte die Sparkasse stilllegen.

Landesregierung in Kiel verhindert Einsatz der Haspa

Einerseits kämpft die Sparkasse Südholstein mit Altlasten wie Kreditausfällen; andererseits muss sie ihre Beteiligung an der HSH Nordbank wertberichtigen, was ebenfalls ihr Eigenkapital schmälert. Lange hatte sie gehofft, dass ihr die Hamburger Sparkasse (Haspa) unter die Arme greift. Das aber ist nicht mehr möglich, seit die rot-grüne Landesregierung in Kiel das Sparkassengesetz so geändert hat, dass die expansionshungrige Haspa keine Chance mehr hat, sich im Norden weiter auszubreiten.

Der regionale Verband in Schleswig-Holstein wiederum musste in der Vergangenheit mehrfach bei Instituten in seinem Sprengel einspringen und hat kein Geld mehr - daher jetzt die bundesweite Stützung.

Eine Sprecherin der Sparkasse Südholstein wollte die Informationen am Mittwochabend nicht kommentieren.

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