HVB-Mutter Unicredit schreibt 14 Milliarden Euro Verlust

Die italienische Großbank UniCredit ist 2013 wegen hoher Abschreibungen auf Firmenwerte tief in die roten Zahlen gerutscht. Zudem wurden die Rückstellungen für faule Kredite erhöht. 2014 soll es jedoch wieder einen Gewinn geben - die Aktie legt deutlich zu.
Zuversichtlich: 2014 will die HVB-Mutter wieder Geld verdienen

Zuversichtlich: 2014 will die HVB-Mutter wieder Geld verdienen

Foto: © Stefano Rellandini / Reuters/ Reuters

Mailand - Wegen Abschreibungen auf Firmenwerte sowie zusätzlichen Rückstellungen für faule Kredite fiel ein Verlust von 14 Milliarden Euro an, wie die HVB-Mutter Unicredit am Dienstag mitteilte. Analysten hatten die Sonderlasten offenbar nicht erwartet. Denn sie hatten mit einem Gewinn von gut 916 Millionen Euro gerechnet.

Dieses Jahr soll es bei Unicredit jedoch wieder aufwärtsgehen. Das Mailänder Institut kalkuliert mit einem Gewinn von rund zwei Milliarden Euro. Das kam bei Investoren gut an: An der Börse stiegen Aktien von Unicredit (Kurswerte anzeigen) um mehr als fünf Prozent.

Die Wertberichtigungen in der Bilanz wurden im vierten Quartal gebucht, so dass allein in den letzten drei Monaten des Jahres ein Minus von 15 Milliarden Euro entstand. Komplett sei unter anderem der Firmenwert auf Aktivitäten in Italien und Österreich abgeschrieben worden.

Größte Bank Italiens kämpft sich aus der Rezession

UniCredit ist die größte Bank Italiens. Das Land kämpft sich gerade mühsam aus der längsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg heraus. Viele Verbraucher und Firmen können ihre Schulden derzeit nicht zurückzahlen.

Die Rückstellungen für faule Kredite summierten sich bei der UniCredit 2013 auf 13,7 Milliarden Euro. Das ist mehr als drei Mal so viel, wie Analysten erwartet hatten. Die UniCredit versucht damit vor dem EZB-Stresstest, ihre Bilanz aufzuräumen.

Die Münchner HVB, bei der das Investmentbanking der Gruppe gebündelt ist, ist seit Jahren eine wichtige Stütze von UniCredit. In den ersten neun Monaten fuhr die HVB einen Vorsteuergewinn von 1,6 Milliarden Euro ein. Die Zahlen für 2013 legt die Bank am Mittwoch vor. Vor einem Jahr hatte die HVB eine Sonderdividende nach Mailand überwiesen, um die Kapitaldecke der UniCredit zu stärken. Die Italiener sehen allerdings derzeit keinen Bedarf, frisches Kapital aufzunehmen. Das dürfte in München für Erleichterung sorgen.

la/reuters
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