Mittwoch, 19. Februar 2020

Libor-Affäre Deutsche-Bank-Chef Fitschen erzürnt über Informations-Leck bei der Bafin

Not amused: Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen

Die Veröffentlichung eines Brandbriefs der deutschen Finanzaufsicht BaFin zur Libor-Affäre erzürnt Deutsche-Bank -Co-Chef Jürgen Fitschen. Er sieht das Informations-Leck bei der Behörde als "kriminellen Vorgang".

Hannover - Auf dem Neujahrsempfang des Finanzinstituts in Hannover bezeichnete Fitschen das Informations-Leck als "kriminellen" Vorgang, wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (HAZ) am Freitag berichtete. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte in seiner jüngsten Ausgabe aus einem vertraulichen Bericht der Bafin zitiert. Demnach habe der Vorstand um Fitschen und Anshu Jain die Affäre um manipulierte Zinssätze nicht angemessen aufgearbeitet.

"Als neuer Vorstand haben Sie zwar einen Kulturwandel angekündigt", zitierte das Magazin aus dem an die Deutsche Bank gerichteten Bericht. "Im vorliegenden Fall entsteht jedoch der Eindruck, dass Sie klare Konsequenzen, insbesondere personeller Art, nicht gezogen haben."

Fitschen bezeichnete den "Spiegel"-Bericht als "irreführend", wie ein Sprecher am Freitag bestätigte. Die Auszüge aus dem Brief an die Bank seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Der "HAZ" zufolge sagte Fitschen, die Bank prüfe wegen der Indiskretion auch rechtliche Schritte.

Fitschen, der auch Präsident des deutschen Bankenverbandes ist, hatte sich in den vergangenen Monaten häufiger heftig gegen Kritik an der Branche und an der Bank selbst gewährt. Unter anderem hatte er sich einen Schlagabtausch mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble geliefert.

la/reuters

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