US-Großbank JPMorgan meldet starken Gewinnsprung

Erneut legt JPMorgan Chase die Messlatte für Bankengewinne hoch. In drei Monaten hat die größte US-Bank so viel verdient wie die Deutsche Bank in zwei Jahren. Konzernchef Jamie Dimon sieht darin gute Zeichen für Amerikas Wirtschaft.
JPMorgan Chase: Die Bank ist im Investmentbanking und Privatkundengeschäft gleichermaßen stark

JPMorgan Chase: Die Bank ist im Investmentbanking und Privatkundengeschäft gleichermaßen stark

Foto: John Moore/ Getty Images

New York - JP Morgan hat die Berichtssaison der US-Geldhäuser mit einem soliden Gewinnsprung eröffnet: Der Überschuss legte im zweiten Quartal um 31 Prozent auf 6,5 Milliarden Dollar zu, wie das Institut am Freitag mitteilte. Zwar schnitt der Branchenprimus vor allem im Investmentbanking besser ab als erwartet. Doch er profitierte auch davon, dass er etwa im Immobiliengeschäft einen Teil der Risikovorsorge für faule Kredite auflösen konnte. Im Vorjahreszeitraum hatte zudem noch ein milliardenschwerer Handelsskandal das Ergebnis erheblich belastet.

Anleger bewerteten das große Gewinnplus daher mit Skepsis: JPMorgan-Aktien legten im vorbörslichen Handel zunächst zu, drehten dann aber leicht ins Minus. Dass das Tagesgeschäft nicht ganz so kräftig anzieht wie erhofft, zeigten die Konzerneinnahmen, die auf 26 von zuvor 23 Milliarden Dollar stiegen. Analysten hatten hier einen Schnaps mehr erwartet.

Vorstandschef Jamie Dimon verwies darauf, dass die Kreditnachfrage insgesamt verhalten bleibe. "Wir sehen aber viele Anzeichen dafür, dass sich die US-Wirtschaft weiter erholt." Das dürfte im Jahresverlauf auch dem Kreditgeschäft der Banken helfen, erklärte er.

Im Investmentbanking fuhr JP Morgan einen Nettogewinn von 2,8 Milliarden Dollar ein - 19 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damals hatte ein Londoner Händler mit dem Spitznamen "der Wal" mit hochriskanten Wetten Milliarden in den Sand gesetzt, die sich tief in die Quartalsbilanz fraßen.

Insgesamt lag der Schaden bei 6,2 Milliarden Dollar. Zwei Drittel davon musste JPMorgan Chase im zweiten Quartal 2012 verbuchen. Kritiker von Dimon scheiterten jedoch auf der Hauptversammlung mit dem Versuch, den mächtigsten Banker der Wall Street zu entmachten. Er konnte seine Doppelrolle als Firmenchef und Vorsitzender des Verwaltungsrats behalten. "Ich bin stolz auf dieses Unternehmen", sagte Dimon nun.

Solche Sonderbelastungen gab es dieses Mal nicht. Insbesondere im Handel liefen die Geschäfte besser, als viele Branchenexperten angesichts des Auf und Ab an den Märkten zuletzt erwartet hatten. Das lässt auch für die europäischen Banken hoffen, allen voran die Deutsche Bank , die ihre Quartalszahlen am 30. Juli vorlegt.

ak/rtr

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