Sonntag, 26. Mai 2019

Saenz tritt zurück Santander wechselt Chef aus

Bisheriger Santander-Chef Saenz: Straferlass aufgehoben

Nach zahlreichen Rückschlägen und einem enttäuschenden Jahresstart zieht die größte spanische Bank Santander personelle Konsequenzen. Bankchef Alfredo Saenz geht, Nachfolger wird der Chef der Vermögensverwaltung.

Madrid - Vorstandschef Alfredo Saenz habe sein Amt an der Spitze der Bank nach mehr als zehn Jahren niedergelegt, teilte Santander mit. Nachfolger des 70-Jährigen werde der bisherige Chef der Vermögensverwaltung, Javier Marin. Der 46-Jährige arbeitet bereits seit 1991 für das Unternehmen.

Saenz reagiert damit auf laufende Ermittlungen der spanischen Notenbank, an deren Ende ein Berufsverbot für den vorbestraften Manager stehen könnte. Im Februar hatte der Oberste Gerichtshof einen Straferlass des damaligen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero für Saenz teilweise aufgehoben. Damit gilt der Manager wieder als vorbestraft.

Saenz war 2009 verurteilt worden, weil er 1994 als Chef der Santander-Tochter Banesto falsche Anschuldigungen gegen Kreditnehmer erhoben hatte. Die obersten Richter befanden nun einstimmig, Saenz müsse die Konsequenzen aus seiner Verurteilung tragen. Nach einem kürzlich geänderten Banken-Gesetz liegt es in der Hand der Notenbank, darüber zu entscheiden, ob Vorbestrafte an der Spitze von Kreditinstituten stehen dürfen. Saenz hatte sich lange gegen seine Verurteilung gewehrt.

Schwaches Auftaktquartal

Santander Börsen-Chart zeigen leidet unter der Immobilien- und Wirtschaftskrise auf dem Heimatmarkt. Im vergangenen Jahr brach der Gewinn um mehr als die Hälfte auf 2,2 Milliarden Euro ein. Im ersten Quartal 2013 wurde es kaum besser. Der Überschuss fiel um 26 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, wie das Kreditinstitut am Donnerstag mitteilte.

Santander ist von den spanischen Instituten, die das Land in Schieflage gebracht haben, noch am wenigsten vom Heimatmarkt abhängig. Traditionell sind viele spanische Geldhäuser stark in Lateinamerika engagiert. Bei Santander kommt ungefähr die Hälfte des Gewinns daher.

Der am Erlös gemessen größten Bank der Euro-Zone machten schwächere Geschäfte in Südamerika und Großbritannien zu schaffen. In den Zahlen spiegelt sich auch die Rezession in Spanien wider.

Der Anteil fauler Kredite am Gesamtportfolio von Santander lag Ende März bei 4,76 Prozent, nachdem es Ende 2012 erst 4,54 Prozent waren. Außerdem setzen die anhaltend niedrigen Zinsen dem Institut mittlerweile wie vielen anderen Großbanken zu. So fiel der Zinsüberschuss um 6,3 Prozent auf 6,65 Milliarden Euro.

ts/dpa

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