Dienstag, 21. Mai 2019

Banken-Skandal Nikosia fürchtet offenbar vernichtete Beweise

Zyperns zugrunde gegangene Laiki Bank: Informationen über riskante Geschäfte womöglich vorsätzlich vernichtet, berichten Zyperns Medien

Die zweitgrößte Bank Zyperns wird geschlossen, das größte Geldhaus überlebt angeschlagen - und bleibt in den Schlagzeilen: Zyperns Medien berichten, dass Beweise über riskante Finanzgeschäfte beider Banken vernichtet worden seien. Zyperns Generalstaatsanwalt gibt sich unerbittlich.

Nikosia - Auf Zypern sollen nach einem Medienbericht wichtige Beweise über die schwer angeschlagene Bank of Cyprus vernichtet worden sein. Dies berichtete am Mittwoch das staatliche Fernsehen RIK in den Abendnachrichten unter Berufung auf "zuverlässige Quellen". Die Vorwürfe stützten sich auf ein umfangreiches Gutachten der Beraterfirma Alvarez & Marsal, das am 26. März der Zentralbank von Zypern vorgelegt wurde und zurzeit vom Generalstaatsanwalt der Insel, Petros Klerides, untersucht wird.

Im zyprischen Fernsehen sagte Klerides, dass niemand seiner Verantwortung entgehen werde. Wer sich in der Bankenkrise strafbar gemacht oder Beweismaterial unterschlagen hätte, müsse mit Konsequenzen rechnen. Den Report von Alvarez & Marsal müsse er aber zunächst eingehend prüfen. Anschließend werde er ihn an den jüngst gebildeten Untersuchungsausschuss weiterleiten, der sich mit den Ursachen der Krise auf Zypern befassen wird.

Das Gutachten von Alvarez & Marsal betrifft neben der Bank of Cyprus auch das zweite in Schieflage geratene Geldhaus, die Laiki Bank (CPB). Die Banken waren durch das starke Engagement in Griechenland nach dem griechischen Schuldenschnitt im Oktober 2011 ins Taumeln geraten. Die Versuche sie zu stützen, brachten den zyprischen Staat an den Rand des Bankrotts. Zypern musste daraufhin internationale Hilfe beantragen.

kst/dpa

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