Dienstag, 17. September 2019

EZB-Ratssitzung Draghis größte Baustellen

EZB-Präsident Draghi: Der Zins bleibt auf Rekordtief - doch wie geht es mit Italien und möglichen Anleihekäufen weiter?

Massenarbeitslosigkeit, schrumpfende Wirtschaft - die Schuldenkrise hält die Euro-Zone im Griff. Die EZB belässt daher den Leitzins auf einem Rekordtief von 0,75 Prozent. Doch viel wichtiger sind die Fragen, denen sich EZB-Chef Mario Draghi im Anschluss stellen muss.

Hamburg - Dunkler Anzug, weißes Hemd, blaue oder rote Krawatte - bei den Pressekonferenzen der Europäischen Notenbank (EZB) im Frankfurter Eurotower setzt der Hausherr auf Konstanz. Die Bilder von Mario Draghi gleichen sich beinahe wie ein Ei dem anderen. Jeden ersten Donnerstag eines Monats läd Europas oberster Währungshüter die Presse ein, um die neusten Winkelzüge der europäischen Geldpolitik im Kampf gegen die Staatsschuldenkrise zu erklären.

Dass die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins bei 0,75 Prozent belässt, ist keine Überraschung. Viel interessanter wird die an die Zinsentscheidung anschließende Pressekonferenz mit EZB-Chef Dragi sein: Im Gegensatz zu seinem Outfit sind die Aussagen des EZB-Präsidenten immer für eine Überraschung gut.

Jede Silbe wird von Journalisten wie Spekulanten mit Spannung verfolgt, jedes Wort kann zu heftigen Bewegungen an den Märkten führen. Sein im September vorgetragener Satz, er werde alles tun, um den Euro zu retten, gilt beispielsweise als Auslöser dafür, dass sich die Finanzmärkte seitdem beruhigt haben. Bei der letzten Ratssitzung Anfang Februar gelang es "Super Mario" den zwischenzeitlich stark zum Dollar aufgewerteten Euro-Kurs mit wenigen Worten zu drücken.

Angesichts des Polit-Chaos in Italien und der anhaltender Konjunkturschwäche im Währungsraum gibt es auch am heutigen Donnerstag mehr als genug Diskussionsstoff - weitere Überraschungen sind nicht ausgeschlossen. Ein Überblick über die größten Baustellen der Europäischen Zentralbank:

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