Donnerstag, 5. Dezember 2019

EZB-Ratssitzung Draghis größte Baustellen

EZB-Präsident Draghi: Der Zins bleibt auf Rekordtief - doch wie geht es mit Italien und möglichen Anleihekäufen weiter?

5. Teil: Wird Draghi sich noch einmal zum Währungskrieg äußern?

Vielleicht. Zumindest die Spekulationen auf eine rhetorische Weichenstellung für eine weitere geldpolitische Lockerung am Markt haben zugenommen. Grund sind die zuletzt stärker als erwartet gesunkene Inflation und der nach wie vor trübe Wirtschaftsausblick. Die Kreditvergabe der Banken im Euroraum schwächelt weiter, so dass die EZB trotz der Entspannung an den Finanzmärkten unter Handlungsdruck geraten könnte.

Deshalb dürften die Projektionen der Notenbanker diesmal besonders im Fokus stehen. Zumal EZB-Präsident Mario Draghi schon nach der letzten Ratssitzung bekräftigt hatte, dass der Wechselkurs ein explizites Risiko für die Preisstabilität und damit ein implizites Risiko für die Konjunktur im Währungsraum darstelle. "Für mich hört sich das so an, als ob Draghi schon einmal ankündigt, der stärkere Euro sei Grund für eine pessimistischere EZB-Projektion und das als Ausrede für eine Zinssenkung verwenden will", kommentiert Commerzbank-Chefanalyst Ulrich Leuchtmann.

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