Freitag, 6. Dezember 2019

EZB-Ratssitzung Draghis größte Baustellen

EZB-Präsident Draghi: Der Zins bleibt auf Rekordtief - doch wie geht es mit Italien und möglichen Anleihekäufen weiter?

3. Teil: Wie wird Draghi auf das Wahl-Patt in seiner Heimat Italien reagieren?

Bislang hat sich der EZB-Präsident zur Lage in Italien ausgeschwiegen. Das politische Patt in Rom und damit die Unklarheit über den Weg der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone haben dem EZB-Chef neue Probleme beschert: Die Angst vor einem Rückfall der Währungsunion in die Krise ist wieder da, weil niemand weiß, ob eine künftige Regierung Italiens mit dem eingeschlagenen Reform- und Sparkurs aus der kurzen Ära Mario Montis weitermachen wird.

Draghi wird Beobachtern zufolge die heutige Pressekonferenz dazu nutzen müssen, mahnende Worte gen Rom zu schicken, nicht mit den Reformanstrengungen aufzuhören. Wirklich ausrichten aber kann der Italiener wenig bis nichts dagegen, dass seine Heimat zum neuen alten Problemkind in der Euro-Zone zu werden droht und damit die Zentralbank in ihre so ungeliebte Position als letzter Retter in der Not drängt. EZB-Experte Michael Schubert von der Commerzbank konstatiert nüchtern: "Nach dem Patt in Italien kann der EZB-Rat kurzfristig kaum mehr tun, als das Ergebnis zu akzeptieren - und dringliche Appelle an Italien richten, in den Reformbemühungen nicht nachzulassen."

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