Zukauf geplant Santander erwägt Milliardengebot

Die Großbank Santander ist von der Krise weitaus weniger gebeutelt als andere Finanzinstitute in Spanien. Nun erwägt das Institut offenbar einen milliardenschweren Zukauf in Großbritannien.
Santander in London: Die spanische Bank möchte ihre Geschäfte in Großbritannien offenbar ausweiten

Santander in London: Die spanische Bank möchte ihre Geschäfte in Großbritannien offenbar ausweiten

Foto: REUTERS

London - Die spanische Großbank Santander erwägt einem Zeitungsbericht zufolge ein umgerechnet 2,4 Milliarden Euro schweres Gebot für das britische Geschäft der National Australia Bank. Ziel sei es, in Großbritannien rascher zu expandieren, berichtete die "Sunday Times" unter Berufung auf namentlich nicht genannte Informanten.

Santander lehnte eine Stellungnahme ab. Ein für das britische Geschäft der Bank zuständiger Sprecher sagte, das Institut wachse organisch.

Die von der EU gestützten spanischen Kreditinstitute stehen nach der 37 Milliarden Euro schweren Finanzspritze vom Ende vergangenen Jahres wieder gut kapitalisiert da. Die Auflagen haben es aber in sich. Die Branche muss ihre kostspieligen Überkapazitäten kräftig eindampfen. Allein das Institut Bankia hat auf Vorgaben aus Brüssel rund ein Drittel ihrer 18.000 Mitarbeiter und knapp 40 Prozent ihrer Filialen binnen fünf Jahren abzubauen.

Der Krisendruck setze aber auch die privaten Banken immer stärker unter Druck, schreibt die "Börsen-Zeitung". Hier gebe Branchenführer Santander  den Ton an. Mitte Dezember hatte Bankpräsident Emilio Botín angekündigt, die außenstehenden 10 Prozent an der gelisteten Tochter Banesto per Aktientausch zu übernehmen und diese Traditionsmarke aufzugeben. berichten zufolge sollen 3000 der gut 8000 Arbeitsplätze in Spanien wegfallen und 700 der 1700 Filialen von der Landkarte verschwinden.

rei/rtr
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