Montag, 16. September 2019

Wechsel im Aufsichtsrat Wie Hilmar Kopper an der HSH Nordbank scheiterte

Hilmar Kopper: Abschied als Chefaufseher der HSH Nordbank

2. Teil: Der HSH Nordbank droht Gefahr aus Brüssel

Und Kopper? Dem ging es am Ende nur noch um einen möglichst gesichtswahrenden Abgang. Aus seiner Sicht ist ihm das vermutlich gelungen. Der Vorstand der Bank ist komplett, und auch den Aufhebungsvertrag des skandalumwitterten früheren Bankchefs Dirk Jens Nonnenmacher hat Kopper ändern lassen. Nonnenmacher muss seine millionenschwere Abfindung im Fall einer strafrechtlichen Verurteilung nun zurückzahlen.

Das kann indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass Kopper die von ihm beaufsichtigte Bank in einem bemitleidenswerten Zustand zurücklässt. Die seit Jahren andauernde Krise der Seefahrt gefährdet den größten Schiffsfinanzierer der Welt (30 Milliarden ausgereichte Kredite) mittlerweile in seiner Existenz.

Die HSH Nordbank braucht zudem immer mehr Eigenkapital, um ihre riskanten Schiffsdarlehen abzufedern. Die Finanzaufsicht Bafin hat Eigentümern und Vorstand der HSH Ende vergangenes Jahres unmissverständlich klargemacht, dass sie die Situation nicht mehr lange tolerieren wird.

Den Eigentümern bleibt deshalb wohl gar nichts anderes übrig, als die Garantie, mit der die HSH vor Verlusten abgeschirmt wird, zu erhöhen. Der Schutzschirm war erst 2011 verkleinert worden, auf Vorschlag des heutigen Bankchefs Constantin von Oesterreich.

Eine Wiederaufstockung muss von der Brüsseler EU-Kommission genehmigt werden und könnte neue Sanktionen für die Bank nach sich ziehen, bis hin zur Anordnung, die Bank abzuwickeln.

Koppers Nachfolger Mirow wird alle seine Kontakte in die europäische Politik brauchen, um der HSH eine Zukunft zu sichern.

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