Donnerstag, 19. September 2019

HSH Nordbank Chefkontrolleur Hilmar Kopper tritt ab

Hilmar Kopper: Sein Vertrag wäre noch bis 2014 gelaufen

Eigentlich läuft Hilmar Koppers Vertrag bis Mai 2014. Jetzt legt der Aufsichtsratschef der krisengeschüttelten HSH Nordbank vorzeitig sein Mandat nieder. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

Hamburg - Der 77-Jährige Hilmar Kopper tritt als Aufsichtsratschef der kriselnden HSH Nordbank vorzeitig ab. Kopper lege sein Amt spätestens zum 28. Februar nieder, teilte die HSH Nordbank mit. Diesen Entschluss habe Kopper gegenüber dem Vorstandsvorsitzenden der Bank, Constantin von Oesterreich, bereits Mitte Dezember vergangenen Jahres schriftlich erklärt und gleichzeitig die Anteilseigner über die Amtsniederlegung informiert.

Ursprünglich wäre Koppers Vertrag noch bis 2014 gelaufen. Der frühere Vorstandssprecher der Deutschen Bank steht seit 2009 an der Spitze des HSH-Aufsichtrats. Seine Nachfolge wollen die Mehrheitseigner der Bank, die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, im Laufe des Tages bekanntgeben.

Die HSH Nordbank hatte sich in der Finanzkrise mit Kredit- und Wertpapiergeschäften verspekuliert und musste vom Staat mit Milliardenhilfen vor dem Aus gerettet werden. Wegen der Staatshilfe musste die HSH auf Geheiß der EU zu einer Regionalbank schrumpfen, die Flugzeugfinanzierung und das globale Immobiliengeschäft aufgeben und die Schiffsfinanzierung zurückfahren.

Garantierahmen soll wieder erhöht werden

Angesichts der anhaltenden Krise in der Schifffahrt wird inzwischen darüber diskutiert, den staatlichen Garantierahmen wieder auf zehn Milliarden Euro aufzuspannen. Er war nach ersten Erfolgen bei der Sanierung der Bank unlängst auf sieben Milliarden verringert worden.

Zuletzt hatte Kopper sich im Zusammenhang mit der Millionenabfindung des früheren Vorstandschefs Dirk Jens Nonnenmacher zu Wochenbeginn geäußert. Die HSH Nordbank will von ihrem früheren Vorstandschef vier Millionen Euro Abfindung zurück, falls er in seinem Kieler Verfahren rechtskräftig verurteilt wird. Dabei geht es um das Ermittlungsverfahren der Kieler Staatsanwaltschaft wegen falscher Verdächtigung oder Untreue im Zusammenhang mit der Entlassung des ehemaligen HSH-Vorstandsmitglieds Frank Roth.

Nonnenmacher selbst rechnet nach Angaben seines Anwalts vom Dienstag nicht damit, dass er seine Abfindung zurückzahlen muss. Er geht demnach davon aus, dass das Verfahren eingestellt wird.

rei/dpa-afx/rtr

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