Milliardenbetrug UBS-Händler muss sieben Jahre ins Gefängnis

Aus Sicht eines Londoner Geschworenengerichts hat Kweku Adoboli als gewissenloser Zocker Milliardenverluste zu verantworten - und hat ihn dafür schuldig gesprochen. Nach Darstellung des Angeklagten hat die Bank sein Vorgehen stillschweigend geduldet.
Strafmaß steht noch aus: Der ehemalige UBS-Händler Kweku Adoboli

Strafmaß steht noch aus: Der ehemalige UBS-Händler Kweku Adoboli

Foto: CARL COURT/ AFP

London - Nach der Milliarden-Zockerei bei der Schweizer Großbank UBS ist der 32 Jahre alte Ex-Händler Kweku Adoboli zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das gab der Southwark Crown Court in London am Dienstag bekannt. Zuvor hatte eine Jury den Mann in zwei Fällen des Betrugs für schuldig befunden.

Adoboli hatte mit risikoreichen Börsengeschäften die Bank um insgesamt 2,3 Milliarden US-Dollar gebracht. Er selbst hatte den Betrug bis zuletzt bestritten. Er habe lediglich versucht, zum Wohl der Bank zu arbeiten. Kollegen und Vorgesetzte hätten von den Geschäften, bei denen er das Risikomanagement der Bank umgangen hatte, gewusst.

Adoboli wurde vorgeworfen, dass er seine Position missbrauchte, um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen oder der Bank  zu schaden. Er war am 15. September 2011 verhaftet worden.

Die Anklage hatte vor Gericht von Adoboli das Bild eines gewissenlosen Zockers gezeichnet, der in betrügerischer Absicht vorging. Adoboli selbst gab zu, die Risikovorschriften der Bank missachtet und mit geheimen Konten gearbeitet zu haben. Er habe aber immer das Wohl der Bank im Auge gehabt und seine Handlungen seien von seinen Vorgesetzten stillschweigend geduldet worden.

nis/rtr/dpa
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