Bayern LB Gribkowsky macht ein Angebot

Gerhard Gribkowsky reagiert. Dass der Richter am vergangenen Montag an der Schuld des Angeklagten keine Zweifel ließ, bewegt seine Verteidiger nun nochmals zu Gesprächen mit dem Staatsanwalt. Der Richter hat nicht mehr viel Geduld.
Von Cornelia Knust
Will er etwas sagen? Gerhard Gribkowsky im Landgericht München

Will er etwas sagen? Gerhard Gribkowsky im Landgericht München

Foto: dapd

München - Heute noch keine Schlussvorträge, so Peter Noll, Vorsitzender Richter im Strafprozess gegen den Ex-Landesbanker Gerhard Gribkowsky am Landgericht München I. Er unterbrach heute die Hauptverhandlung kaum eine Viertelstunde nach Beginn und räumte Zeit für Gespräche ein zwischen der Staatsanwaltschaft und den Anwälten des wegen Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung Angeklagten, und zwar bis zum nächsten Verhandlungstermin am 20. Juni.

Beide Seiten haben schon vor Monaten mehrmals ergebnislos verhandelt. Doch jetzt wird es eng. Am vergangenen Montag hatten die Richter eine Vielzahl von Beweisanträgen der Verteidigung abgelehnt und in der Begründung deutlich gemacht, dass sie Gribkowsky in allen Punkten für schuldig halten. Nun habe die Verteidigung mögliche weitere Verhandlungen in Aussicht gestellt, bestätigt der Staatsanwalt heute im Gericht. Diesen wolle er sich nicht verschließen. Doch sei das "Angebot relativ unkonkret: "Ich hänge in der Luft".

Noll drängte derweil zur Eile. "Die vornehmste Pflicht des Gerichts ist das Zuhören", sagte er süffisant, doch er müsse die Sache auch voranbringen und wolle den nächsten Prozesstermin nicht auch noch opfern; zumal ja irgendwann auch die Wirtschaftsstrafkammer, also die Richter, in die Verhandlungen mit einbezogen werden müssten.

Den Inhalt des Angebot wollten die Verteidiger auf Nachfrage nicht kommentieren. Doch so kurz vor den Plädoyers kann eigentlich nur ein Geständnis oder Teilgeständnis des Angeklagten in Frage kommen - im Gegenzug für eine mildere Bestrafung. Doch ob viel Milde zu erwarten ist, nachdem der Angeklagte seit Prozessbeginn im Oktober 2011 geschwiegen hat? Andererseits scheint die Beweislage auch nicht so glasklar, dass die Kammer sich überhaupt gar keine Sorgen bezüglich einer Revision des Urteils machen müsste.

Noll aber gab sich heute wieder betont unbeeindruckt. Er verlas ein Schriftstück, aus dem hervorging, dass der Angeklagte seit 2008 wegen eines Verkehrsdelikts vorbestraft ist. Dann verkündete er frische Verhandlungstermine bis in den September hinein: "Man weiß ja nicht, was kommt".

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