Spanische Sparkasse Bankia-Rettung wird für Madrid teurer

Spaniens Banken rutschen immer tiefer in die Krise: Die teilweise verstaatlichte Bankia bekam bereits 4,5 Milliarden Euro aus dem staatlichen Rettungsfonds. Jetzt bittet sie die Regierung um weitere Milliarden.
In Schieflage: Die spanische Bankia, hier die Zentrale in Madrid, braucht mehr Geld als gedacht

In Schieflage: Die spanische Bankia, hier die Zentrale in Madrid, braucht mehr Geld als gedacht

Foto: PAUL HANNA/ REUTERS

Madrid - Die angeschlagene spanische Bank Bankia benötigt nach eigenen Angaben weitere 19 Milliarden Euro Staatshilfe. Der Aufsichtsrat des Instituts habe am Freitag einen Rekapitalisierungsplan gebilligt, der eine Finanzspritze in dieser Höhe vorsehe, teilte die Bank mit. Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte unterdessen die Bonität von fünf spanische Banken herab, darunter auch die Kreditwürdigkeit von Bankia.

Bankia-Kunden könnten "absolutes Vertrauen" haben, dass ihre Ersparnisse sicher seien, erklärte Bankia-Präsident José Ignacio Goirigolzarri. Die viertgrößte spanische Bank hatte zuvor bereits 4,5 Milliarden Euro an Staatshilfen bekommen. Mit den jetzt beantragten zusätzlichen 19 Milliarden Euro stiege die Gesamtsumme des Rettungsplans auf den Rekordwert von 23,5 Milliarden Euro. Die Bank informierte außerdem über einen Verlust in Höhe von fast drei Milliarden Euro für das Jahr 2011 in Folge einer Überarbeitung der Bilanz.

Standard & Poor's senkte indes im Zuge des erwarteten zusätzlichen Bedarfs an staatlichen Hilfen die Bonität von Bankia von BBB- auf BB+. Die US-Ratingagentur stufte zudem die Kreditwürdigkeit der spanischen Banken Banco Popular, Bankinter und Banca Civica sowie von BFA, dem Mutterkonzern der Bankia, herab.

Handel mit Bankia-Aktien ausgesetzt

An der Madrider Börse war am Freitagmorgen der Handel mit der Bankia-Aktie ausgesetzt worden. Wie die spanische Börsenaufsicht CNMV mitteilte, wurde der Titel "vorsorglich und mit sofortiger Wirkung" aus dem Handel genommen, da es Umstände gebe, welche die "normale Kursentwicklung" stören könnten.

Die Wertpapiere der Bank sind seit ihrer Verstaatlichung zu Beginn des Monats abgerutscht. Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos sagte bereits am Mittwoch, die Regierung werde Bankia mindestens neun Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Um das Vertrauen internationaler Investoren zurückzugewinnen, bemüht sich die Regierung intensiv um die Stabilisierung der ins Schlingern geratenen Banken des Landes. Mit dem Platzen der Immobilienblase waren viele von ihnen in Probleme geraten - am stärksten Bankia.

oa/afp/dapd
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