Sonntag, 21. April 2019

Rückabwicklung gefordert Kläger machen mobil gegen Oppenheim-Esch

Kölner Klüngel: Josef Esch (rechts) und Sal-Oppenheim Gesellschafter Matthias Graf von Krockow

Die Sparkasse Köln-Bonn gerät in den Sog der Oppenheim-Esch-Affäre. Erstmals beschuldigen prominente Fondszeichner auch die Sparkasse und ihren Ex-Chef Gustav Adolf Schröder, Mitinitiator eines Oppenheim-Esch-Immobilienfonds gewesen zu sein, der als notleidend gilt.

Hamburg - Aufgelegt hatten den Immobilienfonds "Köln-Ossendorf-Hürth I" Ende der 90er Jahre die Privatbank Sal. Oppenheim und der Immobilienentwickler Josef Esch. 13 der 36 Fondszeichner haben nun beim Landgericht Bonn einzeln Klage gegen Sal. Oppenheim, Esch, Schröder und die Sparkasse Köln-Bonn eingereicht. Dies berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (25. Mai) im Handel ist.

Die Kläger fordern eine Rückabwicklung des Fonds, der ein Gesamtvolumen von knapp 250 Millionen Euro umfasst. Zu den Fondszeichnern gehören der ehemalige VW-Chef Carl Hahn (85), der Pharmaerbe Patrick Schwarz-Schütte (55), Maxdata-Gründer Holger Lampatz (54), der Industrielle Hubertus Benteler (65) sowie vier Mitglieder der Schuhdynastie Deichmann.

Das Bankhaus Sal. Oppenheim gehört seit März 2010 der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen. Die Sparkasse Köln-Bonn ist die zweitgrößte Sparkasse Deutschlands. Schröder führte das Institut 17 Jahre lang, ehe er 2007 als Vorstandschef ausschied.

Die Fondszeichner werfen Schröder und Esch vor, jahrelang vor ihnen verborgen haben, dass der Hauptmieter des Fonds, die TV-Produktionsfirma Magic Media Company (MMC), nie in der Lage war, die Mieten für die Studiogebäude in Köln-Hürth und Köln-Ossendorf - gut 17 Millionen Euro pro Jahr - vollständig aufzubringen. Die MMC hatte mit dem Fonds einen Mietvertrag über 25 Jahre abgeschlossen.

Mieter MMC konnte nur reduzierte Miete zahlen

Seit in den Jahren 2008 und 2009 die Mietgarantien der MMC-Eigner ausliefen, musste der Fonds die Mieten um mehr als die Hälfte reduzieren, um die MMC nicht in die Insolvenz zu treiben. Seither reichen die Fondserträge nicht mehr aus, um die Kredite der Sparkasse zu bedienen, mit denen die Fondszeichner ihre Anteile finanzierten. Dafür machen diese nun Schröder und Esch verantwortlich.

Schröder bestreitet die Vorwürfe. Diese seien "absolut pauschal und durch nichts zu belegen", sagt er. Die Wahrnehmung der Interessen der Fondszeichner sei Aufgabe der Oppenheim-Esch-Gruppe gewesen. Mit den Investoren habe er in Zusammenhang mit der Anteilszeichnung an Ossendorf I keinen Kontakt gehabt.

Auch Josef Esch bestreitet, die wirtschaftliche Lage der MMC vor den Anlegern verborgen zu haben. Die Sparkasse Köln-Bonn und das Bankhaus Sal. Oppenheim wollten sich auf Anfrage nicht äußern.

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