Prüfauftrag Goldman soll Bankia-Bücher durchleuchten

Mit Hilfe namhafter US-Banken will Spaniens Regierung die heimischen Banken durchleuchten und das Vertrauen der Märkte zurückgewinnen. So soll Goldman Sachs prüfen, wie viel Geld die teilverstaatlichte Bankia tatsächlich braucht.
Spaniens Bankia: Bis zu 18 Milliarden Euro muss das teilverstaatlichte Institut für Immobilienkredite zurückstellejn

Spaniens Bankia: Bis zu 18 Milliarden Euro muss das teilverstaatlichte Institut für Immobilienkredite zurückstellejn

Foto: PAUL HANNA/ REUTERS

Madrid - Die US-Investmentbank Goldman Sachs  wird Spanien einem Zeitungsbericht nach bei der Sanierung des teilverstaatlichten Sparkassenriesen Bankia beraten. Wie die spanische Finanzzeitung "Expansion" am Freitag berichtet, hat das spanische Wirtschaftsministerium dem Wall-Street -Schwergewicht ein Mandat erteilt, um Unterstützung bei der Rekapitalisierung des angeschlagenen Kreditinstituts zu liefern.

Dem Zeitungsbericht zufolge soll Goldman die Bücher der Bankia-Muttergesellschaft BFA unter die Lupe nehmen und feststellen, wie viel Geld nötig ist, damit Bankia wieder auf die Beine kommt. Zusätzlich zu den zehn Milliarden Euro, die das Geldhaus nach der jüngsten spanischen Bankenreform zurückstellen muss, um sich vor möglichen Verlusten aus Immobilienkrediten zu schützen, könne sich ein Finanzloch von weiteren bis zu acht Milliarden Euro auftun.

Der Staat hatte vorletzte Woche 45 Prozent des Kapitals bei der kriselnden Bankia übernommen. Das viertgrößte spanische Geldinstitut gilt wegen seiner zahlreichen faulen Immobilienkredite als der größte Problemfall im Finanzsektor. Es war aus dem Zusammenschluss von Caja Madrid mit sechs anderen Sparkassen hervorgegangen. Bankia hat nach eigenen Angaben zwölf Millionen Kunden.

Das spanische Wirtschaftsministerium will den gesamten heimischen Bankensektor von zwei unabhängigen Prüfern untersuchen lassen, wie die Nachrichtenagentur Reuters von einem Regierungsvertreter erfahren hatte. Die beiden sollten am Freitag ernannt werden. Bankenkreisen zufolge werden dies wahrscheinlich der Vermögensverwalter BlackRock und die Managementberatung Oliver Wyman sein.

Nach Worten des Regierungsvertreters soll zunächst der Bankensektor als ganzes bewertet werden. Dann werde jedes Geldhaus einzeln unter die Lupe genommen. Die Ratingagentur Moody's hat 16 spanische Banken herabgestuft, weil sich ihrer Ansicht nach die Möglichkeiten der Regierung, einzelne Banken zu stützen, verschlechtert haben.

rei/dpa-afx