Zweiter Rundumschlag Moody's stuft 16 spanische Banken ab

Die Rating-Agentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit von 16 spanischen Banken herabgesetzt. Betroffen sind die größten Geldhäuser des Landes. Es ist der zweite Rundumschlag gegen europäische Finanzinstitute in wenigen Tagen.  
Ratingexperten von Moody's haben spanische Banken abgestuft

Ratingexperten von Moody's haben spanische Banken abgestuft

Foto: © Mike Segar / Reuters/ REUTERS

Madrid - Moody's hat die Kreditwürdigkeit von 16 spanischen Banken herabgestuft. Das teilte die US-Rating-Agentur am Donnerstag in Madrid mit. Die Bonitätsnoten des führenden Bankhauses Santander  und des zweitgrößten Kreditinstituts BBVA  sanken demnach jeweils um drei Stufen auf A3. Die Noten der weiteren Banken sanken um eine bis drei Stufen. Auch die Großbanken Banesto und CaixaBank werden nun mit A3 bewertet.

Moody's begründete die Entscheidung mit der neuerlichen Rezession, der andauernden Immobilienkrise und anhaltend hoher Arbeitslosenquoten in Spanien. Die Abwertungen spiegele die verschlechterten Bewertungen der Banken wider, in einigen Fällen aber auch die Einschätzung der Möglichkeiten des spanischen Staates, die Banken zu unterstützen.

Spanien muss immer mehr Zinsen bieten, um sich Geld am Markt zu leihen. Zuletzt verlangten die Investoren für 2015 fällige Anleihen Renditen zwischen 4,375 und 4,876 Prozent. Im März hatten die Werte noch bei 2,89 beziehungsweise 4,037 Prozent gelegen.

Die Banken des Landes befinden sich nach dem Platzen einer Immobilienblase in einer schwierigen Situation. Die spanische Wirtschaft schrumpfte zu Jahresbeginn das zweite Quartal in Folge, womit das Land sich wieder in der Rezession befindet. Die Arbeitslosenrate liegt derzeit bei mehr 24 Prozent.

Erst am Montag hatte Moody's in einem Rundumschlag 26 italienische Banken herabgestuft. Darunter waren auch Branchengrößen wie UniCredit und Intesa . Der Ausblick für alle Betroffenen sei negativ, hieß es. Der italienische Bankenverband nannte die Herabstufung unverantwortlich und sprach von einem "Angriff auf Italien, seine Unternehmen, seine Familien und seine Bürger".

Spanien hatte sich zuvor mit einem umfassenden Reformpaket gegen die Krise seines Bankensektors gestemmt. Wie von der EU gefordert, sollen die Institute ihre Immobilien-Portfolios durch unabhängige Experten überprüfen lassen. Dazu will Spanien externe Berater ins Land holen. Zwei Prüfungsgesellschaften sollen angeheuert werden und die Bücher der Kreditwirtschaft unter die Lupe nehmen. In einer Nacht- und Nebel-Aktion hatte die spanische Regierung zudem das viertgrößte Kredithaus des Landes, Bankia, übernommen.

Einer Studie der Citigroup  zufolge sitzen die spanischen Geldhäuser auf Krediten von rund einer Billion Euro, die am maroden Immobiliensektor hängen. Wie viel davon faul und damit vom Ausfall bedroht sind, konnte bislang kaum eingeschätzt werden. Deshalb hatte die EU auf eine unabhängige Untersuchung der Bilanzen gedrungen.

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