Riskantes Finanzprodukt US-Behörden ermitteln gegen Credit Suisse

Es heißt Tvix und soll Spekulationen auf die US-Börsenkurse ermöglichen: Wegen diesem und ähnlichen Finanzprodukten ermittelt nun offenbar die US-Aufsicht gegen die Schweizer Großbank Credit Suisse. Ins Visier gerieten die Papiere wegen eines auffälligen Kursverfalls. 
Logo der Credit Suisse in Zürich: Anleger sollen hohe Verluste erlitten haben

Logo der Credit Suisse in Zürich: Anleger sollen hohe Verluste erlitten haben

Foto: © Christian Hartmann / Reuters/ REUTERS

Hamburg/Zürich - Mit der Komplexität steigt das Risiko: Unter diesem Verdacht stehen Finanzprodukte seit der jüngsten Krise. Wegen eines neuen Typs solcher Papiere ermitteln US-Behörden nun offenbar gegen die Schweizer Großbank Credit Suisse .

Laut einem Bericht des Zürcher "Tages-Anzeigers" haben die Finanzmarktaufsicht in den USA, die Börsenaufsicht SEC und der Staat Massachusetts Ermittlungen aufgenommen, weil die Bank eine Reihe neuer Anlagevehikel verkaufe, "die mit teils extremen Kursschwankungen die Finanzmärkte durcheinanderbringen". Ein Sprecher der Credit Suisse wollte dies nicht kommentieren.

Im Visier der Ermittler stehen dem Bericht zufolge sogenannte Exchange Trade Notes (ETN). Ähnlich wie die bekannteren Exchange Traded Funds (ETF) werden diese an der Börse gehandelt und sollen die Entwicklung eines Index abbilden.

Ein unter dem Kürzel Tvix gehandeltes Anlageinstrument der Credit Suisse sackte jedoch von Anfang Oktober bis zum Börsenschluss in New York am Dienstag im Wert von 100 auf 7 Dollar. Das war eine deutlich extremere Entwicklung als beim Volatilitätsindex Vix, an dem sich der Kursverlauf eigentlich orientieren soll. Laut "Tages-Anzeiger" erlitten die meisten Anleger mit dem Tvix Verluste. Große US-Händler hätten den Verkauf der Produkte daher bereits eingeschränkt oder verboten.

Die Credit Suisse sorgt derzeit auch im Zusammenhang mit dem Steuerstreit zwischen Deutschland und der Schweiz für Schlagzeilen. Aus Sorge vor Strafverfolgung soll sie laut einem Zeitungsbericht ihren Kundenberatern untersagt haben, nach Deutschland zu reisen. Die Bank wollte das weder dementieren noch bestätigen.

kst/afp
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