Samstag, 25. Januar 2020

Klage gegen Sal. Oppenheim Schickedanz streitet um 1,9 Milliarden Euro

KarstadtQuelle: Chronik des Untergangs
DPA

Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz hat durch die Insolvenz von Arcandor fast ihr gesamtes Milliardenvermögen verloren - nun will sie es auf dem Klageweg zurückbekommen. Das Kölner Landgericht erhielt zwölf Klageanträge. Insgesamt geht es um 1,9 Milliarden Euro Streitwert.

Köln - Die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz will ihr Milliardenvermögen vom Bankhaus Oppenheim zurück und wehrt sich gegen die Rückzahlung von Krediten in dreistelliger Millionenhöhe. Eine entsprechende Klageschrift mit einem Streitwert von 1,9 Milliarden Euro liegt dem Oberlandesgericht Köln vor. Es hat entschieden, dass das Landgericht Köln für das Verfahren zuständig ist.

Offiziell erhoben wurden die Klagen bislang nicht. Dafür haben die Schickedanz-Anwälte, die nach wie vor Vergleichsverhandlungen mit Sal. Oppenheim führen, nun drei Monate Zeit.

Insgesamt 14 Firmen und Personen sind von der Klage betroffen, darunter ehemalige Oppenheim-Gesellschafter sowie der ehemalige Immobilienpartner der Bank, Josef Esch.

Schickedanz hat bei der Arcandor-Pleite große Teile ihres Vermögens verloren und fühlt sich falsch beraten. Daher fordert sie unter anderem Schadenersatz in Höhe von 1,2 Milliarden Euro. Bei den restlichen 700 Millionen Euro geht es um die vom Bankhaus geforderte Rückzahlung von Krediten und um von Schickedanz bestellte Sicherheiten.

Auch andere vermögende Kunden sind vor Gericht gezogen

manager magazin hatte bereits in der Ausgabe 02/2012 in einem umfangreichen Report darüber berichtet, wie sich die Quelle-Erbin ihr Geld zurückholen will ("Die späte Rache der Madeleine S.")

Mehrere Gerichtsitze wären in Frage gekommen, weil die Adressaten der Klage in unterschiedlichen Städten wohnen. Der Einfachheit halber entschied das Oberlandesgericht Köln nun, dass alles vor dem Landgericht Köln abgehandelt werden soll.

Schickedanz hatte sich in großem Stil an dem 2009 zusammengebrochenen Handelskonzern Arcandor ("KarstadtQuelle") beteiligt. Das Bankhaus Sal. Oppenheim, das mittlerweile von der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen übernommen worden ist und eine komplett neue Führung hat, hält die Vorwürfe nach früheren Angaben für rechtlich nicht haltbar. Auch Josef Esch hatte die Vorwürfe bereits bei Bekanntwerden der Klagevorbereitungen im vergangenen Jahr zurückgewiesen.

Auch andere vermögende Kunden der einst größten Privatbank Europas sind vor Gericht gezogen, darunter der langjährige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff. Einige haben sich zur Interessengemeinschaft "Return to sender" zusammengeschlossen, um ihre Anteile an Immobilienfonds, zu denen auch Karstadt-Warenhäuser gehören, zurückzugeben.

Überblick: Der Untergang des Hauses KarstadtQuelle

ak/dpa-afx/dapd

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