Donnerstag, 19. September 2019

Morgan Stanley/Merrill Lynch Wall-Street-Banken schreiben rote Zahlen

New Yorker Finanzzentrum: Investmentbanken im Minus

Die US-Investmentbanken Morgan Stanley und die zur Bank of America gehörende Merrill Lynch haben zum Jahresende Geld verloren. In beiden Fällen reagiert der Aktienmarkt jedoch erfreut auf die Geschäftszahlen. Und in beiden Fällen verzerren milliardenschwere Sondereffekte die Bilanz.

New York - Ein milliardenschwerer Vergleich hat die US-Investmentbank Morgan Stanley in die roten Zahlen gedrückt. Das Wall-Street-Haus hatte einen langen Streit um Hypothekenpapiere mit dem Anleiheversicherer MBIA beigelegt und dabei Zugeständnisse gemacht. Das sorgte nun im vierten Quartal für einen Verlust von unterm Strich 275 Millionen Dollar (213 Millionen Euro). Im Vorjahreszeitraum hatte Morgan Stanley 600 Millionen Dollar verdient.

Dennoch sprang die Aktie Börsen-Chart zeigen am Donnerstag vorbörslich um mehr als 5 Prozent hoch. Die Kosten des Vergleichs waren bereits bekannt, und die Anleger hatten sogar mit einem noch höheren Minus gerechnet. Doch Morgan Stanley konnte mit seinem Tagesgeschäft dagegenhalten. Die Bank kam mit den Turbulenzen auf den Kapitalmärkten besser zurecht als gedacht.

Morgan Stanley habe Marktanteile gewonnen, erklärte Firmenchef James Gorman in New York. "Wir haben das Jahr in einer besseren Verfassung beendet als wir hineingegangen sind", sagte Gorman und versprach weitere Fortschritte in diesem Jahr. Als Stütze in der Schuldenkrise hatte sich die Vermögensverwaltung für reiche Kunden erwiesen. Im Gesamtjahr musste Morgan Stanley dennoch einen Gewinneinbruch um 42 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar hinnehmen.

Morgan Stanley steht genauso wie der Erzrivale Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen unter enormem Druck. Beiden Investmentbanken fehlt ein klassisches Privatkundengeschäft, um die Kapriolen auf den Finanzmärkten ausgleichen zu können. Erschwerend kam hinzu, dass Morgan Stanley länger als die Konkurrenz gebraucht hatte, um die Finanzkrise des Jahres 2008 zu verdauen.

Bank of America profitiert von Anteilsverkauf in China

Auch die Bank of America Börsen-Chart zeigen litt unter den Turbulenzen auf den internationalen Kapitalmärkten angesichts der Schuldenkrise. Die Investmentbanking-Sparte Merrill Lynch lag im Minus. Erleichterung gab es dagegen im Privatkundengeschäft, in dem die Kreditnehmer ihre Raten wieder zuverlässiger zahlen.

Der Gesamtkonzern beendet das Jahr versöhnlich. Der Problemfall unter den US-Großbanken hat nicht zuletzt dank milliardenschwerer Verkäufe etwa von Anteilen an der China Construction Bank Börsen-Chart zeigen im vierten Quartal einen Gewinn erwirtschaftet. Unter dem Strich stand nach Kosten für die Vorzugsaktien ein Plus von 1,6 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro). Im Vorjahreszeitraum war ein Verlust in gleicher Höhe angefallen.

"Wir gehen stärker und effizienter ins Jahr 2012 hinein", sagte Bankchef Brian Moynihan am Donnerstag in New York. Der Manager hatte einen groß angelegten Umbau angestoßen, bei dem auch 30.000 Jobs wegfallen. Die Anleger waren von den Zahlen angetan, da sie über den Erwartungen lagen. Vorbörslich stieg die Aktie um mehr als 4 Prozent.

ak/dpa-afx

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